Machtduell im Moor
So etwas hat natürlich immer das Potenzial für einen lokalen Aufreger: Im Vorfeld der Landestheater-Premiere von Verdis «Macbeth» in der Felsenreitschule wurde publik, dass der Bühnenboden unter Zuhilfenahme von schwerem Gerät mit 20 Tonnen heimischer Moorerde bedeckt würde. Vergleichsweise kurz flammte ökologischer Protest auf, den man mit der Botschaft abfederte, nach Ende der Vorstellungsserie werde das Material wieder recycelt.
Alsbald musste man sich in Österreich ohnedies wieder anderen Themen zuwenden, und da spielte, dank rasant steigender Infektionszahlen, nicht einmal Glasgow die Hauptrolle ...
Schottland und das (Hoch-)Moor: Das ist eine szenische Setzung, die auf der Hand respektive unter den Schuhsohlen liegt. Archaisch sollte das Bühnenbild von Alexander Müller-Elmau anmuten; begrenzt wurde es jedoch nicht von den steinernen Arkaden des Schauplatzes, sondern von einer davorgebauten metallenen Wand mit vielen Türen, aus denen die Choristen wie schwarze Vögel auf- oder unter denen sie wieder abtraten, verschluckt von annähernder Schwärze. Regisseurin Amélie Niermeyer hat, nicht nur an diesem Ort, schon originellere, weniger eindeutige Lösungen gefunden; unvergessen ihr ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Karl Harb
Interessante Selbsteinschätzung: «Ich bin beständig wie der Nordstern / Von jener wahren festen und ruhenden Qualität / Es gibt keinen anderen am Firmament. / Der Himmel ist mit unzähligen Funken bemalt. Sie sind alle schön, und jeder leuchtet; / Aber es gibt nur einen in allen, der seinen Platz hält. / Ich bin derjenige, der sich nicht bewegen kann.» So sagt und...
Nun hat die Deutsche Oper am Rhein ihren «Ring» auch auf CD vollendet. Die überregional vielbeachtete, 2017 in Düsseldorf begonnene Inszenierung Dietrich Hilsdorfs kam unter Leitung von GMD Axel Kober in Düsseldorf mit den dortigen Symphonikern, in Duisburg mit den ortsansässigen Philharmonikern sowie in teilweise unterschiedlichen Besetzungen heraus. Dort sollte...
Jahrhundertsängerin
Sie wusste, wann sie aufhören musste. 1973, im Alter von 51 Jahren, stand Renata Tebaldi als Desdemona in Verdis «Otello», einer ihrer Paraderollen, letztmalig auf der Bühne der Metropolitan Opera, jenem Haus, an dem sie 17 Jahre lang fast alle großen Sopranrollen gesungen hatte: Tosca, Violetta Valery, Aida, Amelia, Maddalena, Mimì, Manon...
