Lulus Schwester
Unsinn, du siegst, und ich muss untergeh’n...» So etwa mögen ein paar Unzufriedene nach der Premiere von Strauss’ «Salome» bei den Osterfestspielen Salzburg geätzt haben. Das Zitat aus Schillers «Die Jungfrau von Orleans» kommt einem freilich auch in den Sinn, wenn man liest, dass Simon Rattle das Festival in einem Interview als «ökonomischen Unsinn» bezeichnete. Immerhin ist er dessen Künstlerischer Leiter.
Das Finanzmodell sei nicht realistisch, rügte er, schließlich müsse man etwa für zwei Opernaufführungen «jedes Jahr einen Opernbetrieb vom Start weg aufbauen und sogar den Chor importieren». Heute, meinte er, würde man ein solches Festival nicht mehr gründen. Herbert von Karajan hatte die Festspiele 1967 ins Leben gerufen, um nicht zuletzt seinen Berliner Philharmonikern Gelegenheit zu geben, sich auch als Opernorchester zu profilieren...
Rattles Aussagen ließen den Blätterwald rauschen. Peter Alward, seit etwas mehr als einem Jahr geschäftsführender Intendant der Osterfestspiele (er wurde nach dem Finanzskandal im Vorjahr an die Salzach geholt), nennt sie «eher ein Missverständnis». Denn Alward, ehedem Chef von EMI Classics, hat sich bereits nach Produktionspartnern ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Gerhard Persché
Auf dieses Ereignis hatte man (nicht nur) in Russland lange gewartet – eine Aufführung von Alexander Borodins «Fürst Igor» in einer Version, die auf alle späteren Retuschen und Ergänzungen verzichtet. Das Stück ist seit seiner Uraufführung 1890 in der Bearbeitung von Nikolaj Rimsky-Korsakow und Alexander Glasunow bekannt. Die von Borodin intendierte Urfassung des...
Frau Breth, «Wozzeck» war Ihre erste Opernregie in Berlin. Man kann sich nicht vorstellen, dass Sie deswegen nervös werden. Oder doch?
Stimmt, es ist mir relativ wurscht, wo ich inszeniere. Die Bedingungen müssen gut sein. Mich interessieren das Werk, der Dirigent und die Sänger. Das kann sonstwo sein.
«Wozzeck» ist ein einsames Meisterwerk. Vereinfacht das Ihre...
«12 musiktheatralische tableaux» kündigt der Untertitel von Christian Josts Musiktheaterwerk «Hamlet» an – solcherart andeutend, dass er die Handlung zuzuspitzen sucht: auf charakteristische Momente, in denen die Essenz des Ganzen fassbar wäre. Das freilich würde voraussetzen, dass man sich für eine vieler denkbarer Lesarten entschiede: Soll es um die politische,...
