Endstation Sehnsucht

Die Oper Wroclaw hat einen Mitschnitt von Giacomo Orefices eklektischer Bühnen-Hommage an Chopin veröffentlicht

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Frédéric Chopin liebte die Oper. Er kannte fast alle Werke seiner Zeit, und er paraphrasierte einige davon in seinen Kompositionen. Ein eigenes Werk der Gattung aber schrieb er, obwohl wohlmeinende Freunde ihn dazu drängten, nie. Was Chopin, als er starb, nicht wusste, nicht wissen konnte: Ein anderer war da, der die Lücke füllte – nur ein wenig anders, als es Chopin sich vermutlich vorgestellt hätte. Das 20. Jahrhundert hatte gerade begonnen, da schrieb der Italiener Giacomo Orefice «Chopin» auf ein Libretto von Angelo Orvieto. Uraufgeführt wurde das Opus mit großem Erfolg am 25.

November 1901 am Teatro Lirico Internazionale in Mailand. Ein skurriles Werk, purer Eklektizismus, eine singuläre Erscheinung in der Operngeschichte: Die gesamte musikalische Substanz gründet auf Themen Chopins. In dessen Heimat war das Werk erstmals 1904 zu hören, in Warschau. Dann aber verschwand es von den Spielplänen, auch im Rest Europas. Erst 1997 gab es am Teatre Wielki (Opera Narodowna) eine Wiederaufführung, die anscheinend nicht besonders glückte. Aus Anlass von Chopins 200. Geburtstag wurde Orefices Pasticcio an der Oper Wroclaw auf die Bühne gebracht, in einer lyrisch-schwelgerischen und ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 26
von Jürgen Otten

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