Lulu lässt grüßen
Von Londons Bussen heißt es, erst käme keiner – und dann gleich drei auf einmal. Ähnliches könnte man von «Partenope» sagen. Für die zweite Londoner Akademie Händels geschaffen, inspiriert von der Opera seria neapolitanischer Faktur, war dieses 1730 uraufgeführte Werk lange ein Geheimtipp für Kenner– trotz bemerkenswerter Aufführungen wie etwa jene 2001 bei den Göttinger Händelfestspielen. Doch in jüngster Zeit erschien es gleich in drei herausragenden Produktionen, an der English National Opera, in Kopenhagen und nun im Theater an der Wien.
Was das Internet betrifft, scheint die Dame indes äußerst populär; fast 900 000 Einträge verzeichnet Google, darunter ein Torpedoboot aus dem Zweiten Weltkrieg, Restaurants in Tokio, Edinburgh und vor allem Neapel, wo auch eine zauberhafte Uferstraße ihren Namen trägt. Letzteres ist verständlich, gilt Partenope doch als Begründerin dieser Stadt.
Bei Händel ist sie zugleich deren Königin, ein mythischer Vamp mit hohem Kurswert an der Erotikbörse. Regisseur Pierre Audi verlegt den neapolitanischen Hof nach Hollywood, als Seifenoper oder Sitcom angesiedelt in einem noblen Bungalow in Beverly Hills, wo sie und ihre Freunde sich die Langeweile mit ...
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