Luigi Nono in Venedig

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Das Faszinierende an Venedigs Musikgeschichte ist ihre Jahrhunderte überspannende Vielfalt. Es beginnt mit Vokalpolyphonie der Renaissance und reicht, mit nur wenigen Unterbrechungen, bis ins Heute. Nach dem Zwei­ten Weltkrieg erlebte das Teatro La Fenice ein Jahrzehnt wichtiger Uraufführungen: Strawinskys «The Rake’s Progress» (1951), Brittens «The Turn of the Screw» (1954), Prokof­jews «Der feurige Engel» (1955) und Luigi Nonos «Intolleranza» (1961). Für Nono war Venedig mehr als die Stadt, in der er geboren wurde und lebte. Aus den Lauten der Serenissima sog er seine Musik.

Er hörte ihre Steine, ihren Nebel und die Farbe ihrer Gewässer, und er machte sie hörbar. Nono zu lauschen heißt, das Hören immer wieder neu lernen. So handfest und radikal er bei seinen Versuchen war, Musik und Gesellschaft zusammenzuschwei­ßen, so sehr gehört die Introspektive zu seinem Werk.
Bettina Ehrhardt und Wolfgang Schreiber haben es riskiert, Nonos Klänge und ihre reale Verortung ineinander zu blenden. Ein sensib­ler Fernseh-Essay ist dabei herausgekommen und soeben auf DVD erschienen. Statt historischer Nono-Filmschnipsel fängt er die Aura Venedigs ein, stellt dazu und dagegen Musikbeispiele. ...

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Opernwelt Dezember 2006
Rubrik: DVDs, Seite 17
von Stephan Mösch

Vergriffen
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