Lortzing: Undine
Noch vor vierzig Jahren hätte sich kein Opernfreund vorstellen können, dass eine Produktion von Lortzings «Undine» einmal unter die Rubrik «Ausgrabung» fallen würde. Aber inzwischen ist das einst so beliebte Werk derart gründlich von der Opernbühne verschwunden, dass man für das vergangene Jahrzehnt nicht einmal auf fünf Aufführungen an deutschen Theatern kommt. Was der reizvollen «romantischen Zauberoper», wie der Komponist sie selbst untertitelt hat, mit Sicherheit Unrecht tut.
In Bremerhaven jedenfalls wurde die Inszenierung von Peter Grisebach ein ungeteilter Publikumserfolg.
Vielleicht auch deshalb, weil hier keine großen Regie-Eskapaden (die das Stück auch wohl schlecht ertragen würde) vollführt wurden, sondern Grisebach die Oper (fast) so erzählt, wie sie seit der maßgeblichen Wiener Aufführung von 1847 überliefert ist. Mit dem Unterschied, dass das von Lortzing dem Lebensgefühl des Biedermeier zugestandene Happy End wieder zurückverwandelt wird in den von Fouqué in seiner romantischen Novelle vorgegebenen Originalschluss: Der ungetreue Ritter Hugo darf nicht im Unterwasserreich weiterleben, sondern empfängt von Undine den Todeskuss.
Wie reich an Kostbarkeiten Lortzings ...
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