Logenplatz für die Kleinen
Blättert man die aktuellen Monatsblätter deutschsprachiger Bühnen durch, drängt sich der Eindruck auf, dass die Kleinen inzwischen die Größten sind. Kein Haus, das es sich noch leisten könnte, den minderjährigen Nachwuchs bei der Programmgestaltung zu übergehen. Und die Angebotspalette ist so farbig wie bei den «Alten» – sie reicht von Bearbeitungen bekannter Opern bis zu Uraufführungen, von Gesprächskonzerten bis zu Mitmachprojekten.
Hat die Sache unterhaltsame Qualität, lässt sich die Zielgruppe nicht lange bitten: Kaum ein Genre verzeichnet derzeit ähnliche Wachstumsraten wie die Kinderoper.
An der Oper Köln stand das junge Gemüse schon hoch im Kurs, als andernorts Leute unter zwanzig noch eher als Störfaktor galten: 1996 staunte das etablierte Publikum im Rangfoyer nicht schlecht über ein knallbuntes Holztheaterchen, in dem Stücke für Kinder und Jugendliche spielten. Den Anfang machte Strawinskys magische «Nachtigall», es folgte eine Ausgrabung: Bernhard Sekles’ Märchenoper «Die zehn Küsse». Weiter ging es mit Respighis «Dornröschen» und Ravels «Das Kind und der Zauberspuk». Der Laden brummte, sämtliche Vorstellungen (stets zu familienfreundlichen Zeiten) waren ...
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1955 wurde im «Simplicissimus» eine berühmt gewordene Karikatur gedruckt. Darauf der österreichische Kanzler Julius Raab mit Zither, Wienerlieder schnulzend, umgeben von schniefenden Sowjets. Dazu Außenminister Figl als mephistophelischer Einflüsterer: «Und jetzt noch die ‹Reblaus›, und dann sans waach». Als Resultat dieser von Ethanol bestimmten Meetings, in...
Was verbindet Othmar Schoecks «Notturno» aus dem Jahr 1933 und Heinrich Sutermeisters einaktige Funkoper «Die schwarze Spinne» von 1936 miteinander? Die zeitliche Nähe ihrer Entstehung oder die «schweizerische» Herkunft allein kann es ja wohl nicht sein.
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