Lochnummer
Was ist eine Abenddämmerung im Frühling anderes als eine Vielzahl unvollendeter Geschichten?» Selten hat ein Dichter die Verwirrung des Geistes durch die Gleichzeitigkeit der Ereignisse und die Melancholie des Unvollendeten so poetisch-treffend beschrieben wie Bruno Schulz, der Autor und Maler aus dem ostgalizischen Drohobycz.
In seinem Buch «Die Zimtläden», das 1934 auf Polnisch erschien, hat er in surreal verwobenen Beobachtungen und Geschichten aus seiner Heimatstadt (in der er 1942 unter den Schüssen eines Gestapomannes endete) das zusammengetragen, was sein Leben ausmachte ‒ vor allem die Figur des Vaters.
Auf der Bühne des Staatenhauses in Köln-Deutz, wohin die Kölner Oper nach der Sanierungsschlamperei im Stammhaus ausgewichen ist, wackelt die Vaterfigur (Yael Rion) als klapprig-dementer Alter herein, mutiert zum Vogel und zum Rieseninsekt, stirbt am Ende, betrauert vom fassungslosen Sohn (Christian Miedl). Die australische Komponistin Liza Lim hat Momente aus Schulz’ «Zimtläden» zum Kern ihrer neuen Oper «Tree of Codes» gemacht ‒ allerdings nicht aus dem originalen Buch, sondern aus dem Buch-Kunstwerk «Tree of Codes» von Jonathan Safran Foer, der die Schulz-Geschichten ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Michael Struck-Schloen
JUBILARE
1926 in Melbourne geboren, schloss Denis Vaughan 1947 an der Universität seiner Heimatstadt ein Musikstudium ab und setzte seine Ausbildung mithilfe eines Stipendiums am Royal College of Music in England fort, wo er Orgel und Kontrabass studierte. 1950 trat er dem Royal Philharmonic Orchestra unter Thomas Beecham bei, bevor er zum Assistant Conductor und...
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Die Komponistenprominenz gibt sich die Ehre: Aribert Reimann und Manfred Trojahn betreten das Landestheater Detmold, um einer Uraufführung beizuwohnen. Sie erleben eine Zeitreise zurück in die Welt um 1900. Der 1979 geborene Alexander Muno hat Gabriele d’Annunzios Drama «Sogno d’un mattino di primavera» (Traum eines Frühlingsmorgens) mit vielen Anklängen an den...
