Lob des Handwerks
Da sitzt er an der Orgel, im ersten Theater auf diesem Grund.» Der Operndirektor der Londoner Royal Opera schreitet sein Büro ab und erzählt von einer geplanten Händel-Serie. Die Bilder hat Oliver Mears sorgsam ausgewählt: Sie sagen viel aus über ihn, seine Suche nach einem Profil für Covent Garden. «Beggar’s Opera», Theaterbrand, Wiederaufbau. Mears unterstreicht, dass das Haus an Covent Garden nach dem Zweiten Weltkrieg geistig dem National Health Service nahe stand: für alle, nicht bloß die happy few.
Uraufführungen bleiben wichtig, sagt er, dabei deutet er auf John Pipers Entwürfe zu «Billy Budd». Spricht vor einer Szene aus Peter Brooks «Salome»-Produktion, über Autorentheater und Provokation. Mahler, Wagners «Ring» dirigierend: Symphonie-Dramatiker trifft Gesamtkunstwerk. Diese Menschenmassen, die in den 1920ern um Karten anstanden, wünscht er sich auch.
Der 39-Jährige mit den zarten Zügen tritt ernsthaft auf, er ist belesen, über die Maßen eloquent. Das passt. Einst wollte er Autor werden. Inszenierte sein erstes Drama selbst, schwenkte um auf Regie, heuerte als Assistent bei dem Dramatiker Howard Barker an. Nachdem er in London endlich seine erste Oper live gesehen hatte ...
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Zar Peter I., genannt «der Große», inspirierte zahlreiche Dichter und Komponisten, so auch Gaetano Donizetti, der ihm gleich zwei Opern widmete. Dem Frühwerk «Pietro il Grande» (1818) folgte neun Jahre später «Il borgomastro di Saardam» auf ein französisches Bühnenstück, das die Grundlage auch für Albert Lortzings «Zar und Zimmermann» bildete. Es geht darin um...
