Wie meinen?
Wer ist dieser Blaubart mit seinen sieben verschlossenen Türen, seinen blutbesudelten Waffen und seinen untoten Ex-Frauen? Ein Psychopath oder ein ganz normaler Typ? Trägt Judith an allem die Schuld, weil sie zu viele Fragen stellt? Sind wir gar alle ein bisschen Blaubart? Mit Janáćeks «Schlauem Füchslein», seiner ersten abendfüllenden Operninszenierung an La Monnaie, hatte der belgische Allround-Künstler Christophe Coppens im vergangenen Jahr eine clever-scharfsinnige Regiearbeit abgeliefert.
Man durfte also gespannt sein, ob es ihm am selben Ort gelingen würde, Bartóks geheimnisvolle Fabel ähnlich tiefblickend in Szene zu setzen.
Die Antwort lautet: Nein. Coppens und sein Team haben «Blaubart» mit Bartóks einaktiger Tanzpantomime «Der wunderbare Mandarin» zu einem Doppel zusammengespannt – zwei Werke, die zutiefst problematische Frauenbilder vermitteln. Es hätte also ein aufschlussreicher Abend werden können. Stattdessen kreiert Coppens psychedelisches Musiktheater, das zwar visuell überwältigt, jedoch keinen überzeugenden Standpunkt erkennen lässt. Blaubarts Burg ist ein Wunderwerk aus bunt strahlendem Lichterglanz, aus neun Kristallwürfeln montiert, die durch transparente ...
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Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Piedade: 25., 26.
– Debussy, Pelléas et Mélisande: 31. (P); 2., 4., 7.9.
ML: Diemecke, I: Tambascio, B: Boni, K: Ruiz, S: Cangemi, Filianoti, Maze, Mayer, Mastrángelo
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www.saopera.sa.gov.au
– Die Meistersinger von...
Die Vorstellung ist nicht ohne Charme: Dido als Adonis. Noch 1726, als Leonardo Vinci seine Vertonung des Metastasio-Librettos auf die Bretter brachte, gehörte es in Rom zum guten Ton, dass sämtliche Partien inklusive der designierten Frauenrollen mit vokal potenten Männern besetzt wurden. Und so kam es, dass der Superkastrat Domenico Giacinto Fontana alias...
Fast 400 Jahre alt ist das Stück, aber es wirkt, als stamme es von heute. Tatsächlich zeigt «L’incoronazione di Poppea» eine Versammlung von Menschen, die nichts anderes kennen als das Ich. Sei es im Rom Kaiser Neros einige Jahrzehnte nach Christi Geburt, sei es im mächtigen, übersatten Venedig des Komponisten Claudio Monteverdi, sei es heute, im Zeitalter der...
