Liebhaber aus Washington
Während Jean-Philippe Rameaus Opern inzwischen auch außerhalb Frankreichs einen Platz im Repertoire gefunden haben, tut man sich mit seinen opéra-ballets immer noch schwer. Diese Mischgattung aus Gesang und Tanz, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit erlebte, ist ohne den höfischen Rahmen, für den sie geschaffen wurde, nicht leicht vermittelbar. In «Les fêtes de l’Hymen et de l’Amour«, 1747 in Versailles uraufgeführt, geht es um diverse Kämpfe, die sich schließlich in Harmonie und Wohlgefallen auflösen.
Im Prolog ist es der Streit zwischen Amor und Hymen: Die Liebe will nicht zwingend mit der Ehe verbunden sein. Im ersten Akt (entrée nannte man das damals) rüstet die Amazonenkönigin Orthésie zum Krieg gegen den ägyptischen Gott Osiris, der sich ihr friedlich nähert und dessen Charme sie schließlich erliegt. Im zweiten verliebt sich der Nilgott Canope in die schöne Agéris, die ihm zum Opfer gebracht werden soll, befreit sie und jagt die Priester zum Teufel. Der letzte Akt ist ein künstlerischer Wettkampf, aus dem Orie als Siegerin hervorgeht und damit das Herz von Aruéris, dem Gott der Künste, erobert.
Die von Ryan Brown gegründete Opera Lafayette mit Sitz ...
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Wenn in der Ouvertüre zum ersten Mal der von drei dumpfen Paukenschlägen untermalte verminderte c-Moll-Septakkord erklingt, huscht über den noch geschlossenen Vorhang der schwarze Schatten eines Flugobjekts, das man nicht erwartet – eine Drohne. In Jossi Wielers Straßburger Inszenierung, einer Koproduktion mit La Monnaie in Brüssel und dem Staatstheater Nürnberg,...
Vor 30 Jahren gewann der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky vor seinem walisischen Fachkollegen Bryn Terfel den BBC-Wettbewerb «Cardiff Singer of the World» und startete damit in seine große internationale Karriere. Noch im selben Jahr gab er in einer Rundfunkproduktion von Tschaikowskys «Pique Dame» in der Partie des Jeletzki sein Debut in Moskau.
Die auch...
Johann David Heinichen (1683-1729), seit 1717 Hofkapellmeister in Dresden, ist heute hauptsächlich durch seine Orchesterwerke und die für die katholische Hofkirche bestimmten Messen bekannt. In seiner Jugend und noch während seines mehrjährigen Studienaufenthalts in Venedig komponierte er zahlreiche Opern. Sein einziges für Dresden entstandenes Werk der Gattung,...
