Liebhaber aus Washington

Die Opera Lafayette ist auf französische Barockmusik spezialisiert – und entdeckt Rameaus «Les fêtes de l’Hymen et de l’Amour»

Opernwelt - Logo

Während Jean-Philippe Rameaus Opern inzwischen auch außerhalb Frankreichs einen Platz im Repertoire gefunden haben, tut man sich mit seinen opéra-ballets immer noch schwer. Diese Mischgattung aus Gesang und Tanz, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit erlebte, ist ohne den höfischen Rahmen, für den sie geschaffen wurde, nicht leicht vermittelbar. In «Les fêtes de l’Hymen et de l’Amour«, 1747 in Versailles uraufgeführt, geht es um diverse Kämpfe, die sich schließlich in Harmonie und Wohlgefallen auflösen.

Im Prolog ist es der Streit zwischen Amor und Hymen: Die Liebe will nicht zwingend mit der Ehe verbunden sein. Im ersten Akt (entrée nannte man das damals) rüstet die Amazonenkönigin Orthésie zum Krieg gegen den ägyptischen Gott Osiris, der sich ihr friedlich nähert und dessen Charme sie schließlich erliegt. Im zweiten verliebt sich der Nilgott Canope in die schöne Agéris, die ihm zum Opfer gebracht werden soll, befreit sie und jagt die Priester zum Teufel. Der letzte Akt ist ein künstlerischer Wettkampf, aus dem Orie als Siegerin hervorgeht und damit das Herz von Aruéris, dem Gott der Künste, erobert.

Die von Ryan Brown gegründete Opera Lafayette mit Sitz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gott bewahre!

Vor ein paar Jahren dachten wir noch, es sei eine fiktive Dystopie, die Dave Eggers in seinem Roman «The Circle» von 2013 ausmalte. Der Circle, ein gigantischer Internet-Konzern, bündelt alle Nutzerdaten. Die User unterwerfen sich dessen Heilsversprechen bis zur völligen Auflösung des Persönlichen: Geheimnisse sind Lügen, Teilen ist Heilen, alles Private ist...

TV-Klassiktipps Juni 2019

alpha

23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»

Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger

arte

02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini

Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...

Halb gewonnen

Ein Raum, karg möbliert: Tisch, Stuhl, Fenster. Die Szenerie wirkt (alb-)traumhaft, als zögen sich imaginäre Nebelschleier durch das Zimmer. Der Blick durchs Fenster hinaus ins Freie offenbart einen Feldweg, der in einem schaurigen nächtlichen Wald verschwindet. Nichts erscheint fest und sicher, alles steht auf schwankendem Grund. Und das ist ja auch die...