Liebeszauber, Wüstenleid
Zwei Schwestern. Schön, reich und mächtig, von Männern umschwärmt, von Dienern umsorgt. Zwei Schwestern – alt, grau und einsam, verloren in Erinnerungen beim Betrachten eines ausgestopften Tieres hinter Glas.
Katie Mitchell inszeniert zum vierten Mal in Aix. Auch für Händels «Alcina» nutzt sie einen vielfach geteilten Raum, lässt mehrere Szenen gleichzeitig ablaufen. Chloe Lamford hat ihr ein zweistöckiges Gebäude auf die Bühne des Grand Théâtre de Provence gestellt. Im Zentrum das Schlafzimmer, in dem Alcina und Morgana ihre Bettgeschichten ausleben.
Dienstboten gehen ihnen selbst beim Schäferstündchen noch zur Hand: ein monströses Uhrwerk organisierter Intimität. Reichen Sextoys ins Gemenge, lernen gar den neuen Liebhaber an. Die als SEK-Offizier verkleidete Bradamante gerät nämlich gehörig aus dem Konzept, als man ihr eine Gerte in die Finger drückt – Morgana braucht Erniedrigung, um auf Touren zu kommen. Alcina hingegen will von Ruggiero bloß, dass er sich auf den Rücken wirft und gründlich benutzen lässt. Erst später wagt sie selbst, sich Zärtlichkeiten hinzugeben. Da hat die Erosion ihres fragilen Imperiums längst begonnen.
Links und rechts des Schlafzimmers befinden sich ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Wiebke Roloff
Der Anblick von Kreuzfahrtschiffen, die durch den Canale della Giudecca pflügen, gehört mittlerweile ebenso zum Image der Lagunenstadt wie das Taubenvolk vom Markusplatz oder die Rialtobrücke. Insofern ist es konsequent, wenn in der Inszenierung von Johann Strauß’ «Eine Nacht in Venedig» bei den Seefestspielen Mörbisch eines dieser vielstöckigen Monsterboote die...
ARD-ALPHA
6.9. – 20.15 Uhr (1)
18.10. – 20.15 Uhr (2)
Klassik am Odeonsplatz.
1. 2013. Musikalische Leitung: Yannick Nézet-Séguin. Solisten: Rolando Villazón und Thomas Hampson. Werke von Wagner und Verdi. 2. 2015. Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado. Werke von de Falla, Prokofjew, Debussy und Ravel.
13.9. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Strauss: Ein...
Wie ein Meeresarm liegt er da, der Sankt-Lorenz-Strom, mehr als ein Kilometer sind es von Ufer zu Ufer. Ein erhabener Anblick. Und ein Gegenbild zu den monotonen Wald- und Agrarlandschaften, die der Highway von Montréal durchmisst. Erst auf dem Pont Pierre-Laporte wird uns so richtig bewusst, dass Québec am großen Wasser liegt: schon vor den Toren der Stadt ein...
