Amouröses Geplänkel
In Deutschland nur durch seinen «Hamlet» und vor allem durch seine Wilhelm-Meister-Oper «Mignon» bekannt, war der 1823 geborene Ambroise Thomas um die Mitte des 19. Jahrhunderts einer der erfolgreichsten Hauskomponisten der Pariser Opéra comique. Die leichtgewichtigen musikalischen Gesellschaftskomödien, die Thomas, ähnlich wie seine Kollegen Adam und Halévy, quasi am laufenden Meter schrieb, sind heute bis auf wenige Ausnahmen (Halévys «Blitz», Adams «Toréador») so gut wie vergessen.
Die meisten von ihnen muss man sich wohl so vorstellen wie Thomas’ jetzt erstmals auf CD vorliegende «Cour de Célimène»: amouröses Geplänkel in gehobener Gesellschaft und stimmungsvoll historisierendem Ambiente, dazu Musik, die nur auf die Augenblickswirkung ihrer koketten, buffonesken oder schmachtenden vokalen Gesten setzt und immer hübsch klingt, ohne freilich den geringsten Erinnerungswert zu besitzen. Aus diesem «Sex and the City» im Rokoko-Kostüm heute noch Funken zu schlagen, ist nicht einfach: Die nette Nichtigkeit muss mit Spielwitz und Sexappeal aufgepeppt werden – und braucht vor allem einen Kapellmeister, der weiß, dass hier Tempo im Zweifelsfall wichtiger ist als Schönklang. Zutaten, die ...
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