Liebeserklärungen

Der amerikanische Jazzpianist Uri Caine hat nicht nur Mozart und Verdis «Otello» adaptiert

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Jazz und Klassik – das ist eine nicht immer unbedingt glückliche Beziehung gewesen. Zugleich aber ist es die Geschichte einer schon lange währenden wechselseitigen Faszination: Kaum tönten die ersten blue notes und syncopated rhythms aus New Orleans, Chicago und New York, da horchten auch schon Komponisten in Europa interessiert auf. Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Kurt Weill und andere schätzten die motorische Vitalität, die improvisatorische Freiheit der neuen Musik aus der Neuen Welt.

Umgekehrt experimentierten Jazzmusiker mit komplexen Formen, die eher an die strenge Verdichtung des «klassischen» Orchestersatzes als an lockere changes aus der Jazzharmonik denken lassen – etwa der Bandleader Duke Ellington oder der Third Stream-Erfinder Gunther Schuller. Doch die Amalgamierungsversuche verliefen oft im Sande, blieben eher swingendes Missverständnis oder symphonisch aufgeplusterte Behauptung als originelle Bereicherung des jeweiligen Ausdrucksvokabulars. Erst Ende des 20. Jahrhunderts sollte sich das ändern: Seit nicht nur Güter und Ideen, sondern auch musikalische Idiome jedweder Prove­nienz im Turbotempo um den Erdball zirkulieren, sind die Genregrenzen durchlässiger, die ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: CDs, Seite 53
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Thema verfehlt

Diese Inszenierung ist ein Paradoxon: Sie aktualisiert, und zwar nachdrücklich – doch nicht, um die Handlung uns Zeitgenossen näher zu bringen und dadurch fass­licher zu machen. Ganz im Gegenteil: Es ist die erklärte Absicht des Regisseurs Dmitri Tcherniakov, die Titelfigur fremd, ihr Handeln unbegreiflich erscheinen zu lassen. Bei Schostakowitsch ist diese...

Verblüffend authentisch

Luigi Cherubinis «Médée» gerät seit ihrer Pariser Uraufführung 1797 regelmäßig in Vergessenheit, um periodisch immer wieder neu entdeckt zu werden. Ihre jüngste Renaissance mit Inszenierungen in Wien (siehe OW 5/2008) und Brüssel (siehe OW 6/2008) verdankt sie Heiko Cullmanns 2007 erschienener, preisgekrönter Neuedition im Simrock-Verlag. Der Klagenfurter...

Belebte Zeichen

Über die szenische Einrichtung geistlicher Werke lässt sich trefflich streiten. Was haben ein Requiem, ein Stabat mater, ein Oratorium auf der Tanz- oder Opernbühne zu suchen? Ging es Bach, Händel, Mozart, Mendelssohn – bei allen Unterschieden im musikalisch-theologischen Selbstverständnis und in den historischen Parametern – nicht primär um die Verkündigung...