Kopflastig

Kiel, Halffter: Lazarus

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Über seine Musik verliert Cristóbal Halffter in einem im Programmheft abgedruckten Interview zur Urauffüh­rung seiner nach dem «Don Quijote» zweiten Oper kein Wort. Stattdessen lässt sich der Nestor der spanischen Komponistenszene über theologische und philosophische Hintergründe des Werkes aus, spricht über Platons Höhlengleichnis und über die Apokryphen, über Fragen der Schuld und über das Sterben. Dabei ist es einzig die Musik, die – wenn überhaupt – dem «Lazarus» Bestand sichern wird.

Eine Musik von eminenter Farbigkeit, aus fast tonlosem Nichts sich entwickelnd zu expressiv gesteigerten Entladungen, facettenreich flirrend, dann wieder bruitistisch zuschlagend, im Gesangsbereich mit strukturierendem Zugriff ausbalanciert zwischen Parlando, Kantilene und Schrei. Eine Musik, die während der knapp achtzig Minuten Spieldauer des Werkes in ihrem Nuancenreichtum immer wieder eine geradezu magische Sogwirkung entwickelt.
Das Libretto nach Texten des spanischen Literaten Juan Carlos Marset dagegen bereitet Kopfzerbrechen. Gewiss, der Handlungsverlauf ist zunächst einmal klar und einsichtig: Da beschließt der biblische Lazarus, einst von Christus von den Toten erweckt, angesichts der ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Gerhart Asche

Vergriffen
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