Lichte Stunden
Nadia (1887–1979) und Lili Boulanger (1893–1918) wuchsen in einem musikalischen Elternhaus auf – der Vater war Komponist und Gesangslehrer, die russische Mutter Sängerin. Beide Schwestern waren hochbegabt und komponierten von Jugend an. Lili erhielt 1913 als erste Frau den begehrten Rom-Preis des Pariser Conservatoire. Nadia, die nach Lilis Tod das Komponieren aufgab, machte sich als einflussreiche Lehrerin (u. a. von Leonard Bernstein, Elliott Carter, Aaron Copland, Virgil Thomson) und eine der ersten professionellen Dirigentinnen einen Namen.
Zwei neue CDs stellen die beiden mit Mélodies, jener vom deutschen Kunstlied ästhetisch so radikal verschiedenen französischen Ausprägung musikalischer Lyrik, vor. In ihrer Auswahl ergänzen sie sich bei nur wenigen Überschneidungen ideal. Der französische Tenor Cyrille Dubois konzentriert sich auf das wenig bekannte Liedœuvre Nadias und ergänzt es mit vier Liedern Lilis. Der amerikanische Tenor Nicholas Phan legt den Schwerpunkt auf die bereits in zahlreichen Aufnahmen vorliegenden Lieder Lilis und rundet diese mit fünf Kompositionen von Nadia ab.
Im Zentrum stehen zwei Zyklen. Dabei zeigt sich Nadia Boulanger in «Les heures claires» ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Uwe Schweikert
O Moon, please stay with me ...
Tatjana Gürbaca
Gestern habe ich die schrecklichen Bilder aus Italien in den Nachrichten gesehen: Tote, die in einem Konvoi von Militärfahrzeugen abtransportiert werden, Krankenhauspersonal, das an der Grenze seiner Belastbarkeit berichtet, dass nun entschieden werden muss, wessen Leben gerettet werden kann.
Als wir im Februar...
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