Jede Stimme zählt
Frau Wedl-Wilson, welche Herausforderung bedeutet die Corona-Krise für eine Musikhochschule?
Wir waren bis zum Ausbruch dieser Pandemie nicht digital. So ist es zum Beispiel nicht selbstverständlich, dass jeder und jede unserer Studierenden einen Laptop besitzt. Etwas zugespitzt kann man sagen: Unsere wichtigsten Arbeitsgeräte wurden nicht im 21. Jahrhundert in Silicon Valley, sondern im 18. Jahrhundert in Cremona hergestellt. Ein Problem, dem wir uns im Eiltempo stellen mussten.
Für Diskussionen, ob wir das überhaupt wollen, für Abstimmungsprozesse in den Gremien war keine Zeit. Am 30. März hätte das Sommersemester beginnen sollen, am 19. März haben wir vom Berliner Senat die Anweisung bekommen, auf digitalen Unterricht umzustellen. Immerhin konnten wir den Semesterstart auf den 20. April verschieben. Es ging nur um eines: Das Semester für unsere Studierenden zu retten.
Die jetzt über die halbe Welt verstreut sind.
Viele konnten gar nicht erst anreisen, andere sind zu Beginn der Krise nach Hause gefahren. Eine gute Entscheidung, denn dort sind sie besser aufgehoben, haben Räumlichkeiten zum Üben und stabiles WiFi. Wir wissen tatsächlich nicht, wie viele unserer Studierenden sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Thema Ästhetische Erfahrung, Seite 42
von Udo Badelt
Im April wurde das Italienische Kulturinstitut in Stockholm Schauplatz eines ungewöhnlichen Experiments. Im hauseigenen Kino zeigte man eine Aufzeichnung vom Rossini-Opernfestival 2010 in Pesaro («Sigismondo») – für jeweils eine einzige Person. Den Glücklichen, per Los ausgewählt, wurde Kaffee und, im Einklang mit aktuellen Hygiene-Vorschriften, sorgsam...
Jubilare
John Treleaven absolvierte sein Gesangsstudium in London und Neapel. Anschließend trat der aus Cornwall stammende Tenor überwiegend in seiner britischen Heimat auf, etwa am Royal Opera House Covent Garden, wo er 1979 debütierte, an der Welsh National Opera, der Scottish National Opera und der English National Opera. Beim Edinburgh Festival war er als...
Herr Mathmann, Sänger – das ist eigentlich Ihr zweiter Beruf. Wann kündigte sich die musikalische Begabung an?
Zuerst war Musik! Das Singen kam sogar vor dem Sprechen. Meine Mutter erzählt, dass ich schon Melodien sang, bevor ich die ersten Worte sagen konnte. Mit drei Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Aber nach der Schule hatte die Medizin Priorität....
