Jede Stimme zählt

Viele Kunsthochschulen haben nach Ausbruch der Corona-Epidemie schnell reagiert und auf digitalen Unterricht umgestellt. Sarah Wedl Wilson, Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, über kreatives Krisenmanagement der besonderen Art

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Frau Wedl-Wilson, welche Herausforderung bedeutet die Corona-Krise für eine Musikhochschule?
Wir waren bis zum Ausbruch dieser Pandemie nicht digital. So ist es zum Beispiel nicht selbstverständlich, dass jeder und jede unserer Studierenden einen Laptop besitzt. Etwas zugespitzt kann man sagen: Unsere wichtigsten Arbeitsgeräte wurden nicht im 21. Jahrhundert in Silicon Valley, sondern im 18. Jahrhundert in Cremona hergestellt. Ein Problem, dem wir uns im Eiltempo stellen mussten.

Für Diskussionen, ob wir das überhaupt wollen, für Abstimmungsprozesse in den Gremien war keine Zeit. Am 30. März hätte das Sommersemester beginnen sollen, am 19. März haben wir vom Berliner Senat die Anweisung bekommen, auf digitalen Unterricht umzustellen. Immerhin konnten wir den Semesterstart auf den 20. April verschieben. Es ging nur um eines: Das Semester für unsere Studierenden zu retten.

Die jetzt über die halbe Welt verstreut sind.
Viele konnten gar nicht erst anreisen, andere sind zu Beginn der Krise nach Hause gefahren. Eine gute Entscheidung, denn dort sind sie besser aufgehoben, haben Räumlichkeiten zum Üben und stabiles WiFi. Wir wissen tatsächlich nicht, wie viele unserer Studierenden sich ...

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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Thema Ästhetische Erfahrung, Seite 42
von Udo Badelt

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