«Ich staune wirklich»
Frau Carp, am 22. April haben der Aufsichtsrat und dessen Vorsitzende, die nordrhein-westfälische Kultusministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Ruhrtriennale abgesagt – auch unter Hinweis auf den Beschluss von Bund und Ländern, Großveranstaltungen bis zum 31. August auszusetzen. Die Ruhrtriennale hätte am 14. August angefangen und bis Mitte September gedauert. Das haben Sie in einer eigenen Presseerklärung deutlich kritisiert. Warum?
Es gab bei der Aufsichtsratssitzung am 22.
April eine Beschlussvorlage der Gesellschafter, das Festival abzusagen, und eine anschließende Diskussion, an der ich teilgenommen habe. Im Anschluss daran hat der gesamte Aufsichtsrat der Vorlage zugestimmt. Ich habe in dieser Telefonkonferenz einen Spielplan für eine Ruhrtriennale im September unter den Bedingungen der Pandemie skizziert. Ich bin enttäuscht, dass man uns, dem künstlerischen, kuratorischen und technischen Team, nicht die Chance gibt, eine solche Variante zu entwickeln. Dabei hätten wir alle Auflagen und Sicherheitsabstände selbstverständlich berücksichtigt. Viele der beteiligten Künstler – Christoph Marthaler, Meg Stuart, Brigitta Muntendorf, Serge Aimé Coulibaly und andere – haben sich ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Franz Wille
Zu Beginn waren es rund ein Dutzend Willige. Das Münchner Volkstheater reihte sich ein, das Theater Hof, aber auch die Oper in Kopenhagen oder die English National Opera und das Royal Opera House in London. Je länger der Lockdown dauerte, desto eher hatten auch andere Häuser ein Einsehen. Keine Vorstellung wegen Corona, keine Gage für Gastsolisten – der Beton...
Mit der «Originalität» von Kunstwerken ist es so eine Sache. Jedenfalls, wenn darunter etwas Solitäres, ein aus Geschichte und Kontext herausgesprengter Geniestreich verstanden wird, finite Setzung eines autonomen Schöpfergeistes. Werke – das waren für Luciano Berio keine ein für allemal in Stein gemeißelten Monumente, sondern offene Gebilde, Organismen mit...
Kate Lindsey, Anfang März standen Sie noch als Nero auf der Bühne der Met. Wo sind Sie gerade?
Zu Hause in Brighton, zum Glück. Die «Agrippina» war am 7. März abgespielt, am 12. stellte das Haus den Betrieb ein. Mein Mann und ich wollten eigentlich in den USA bleiben, weil drei Wochen später schon die Proben für «Pelléas et Mélisande» in Los Angeles losgehen...
