Leuchtspur des Inneren
Achim Freyer, der große Bühnenkünstler und Maler, zeigt in seiner gleichermaßen verstörenden wie beeindruckenden Mannheimer Inszenierung von Verdis «La traviata», warum uns bei diesem Stück immer die Tränen kommen. Er hat Verdis Musik genauer gelesen, als wir sie bisher zu kennen meinten, und hinter dem Vergnügungstrubel der Pariser Gesellschaft die Leere, hinter der wahren Liebe aber, der die schöne Kurtisane Violetta von einem Augenblick auf den andern verfällt, den Tod entziffert.
Denn um nichts anderes als um Liebe und Tod geht es in diesem Stück: «Amore e morte» war kaum zufällig der Titel, den Verdi seiner Oper ursprünglich geben wollte, was aber von der Zensur verboten wurde.
Verdi hat in seinem wohl populärsten Bühnenwerk mit dem Schicksal der 1847 im Alter von dreiundzwanzig Jahren gestorbenen Marie Duplessis einen zeitgenössischen Stoff des französischen Boulevardtheaters aufgegriffen. Das hat bis heute zu der irrigen Annahme geführt, «La traviata» sei der Prototyp des realistischen Musiktheaters, wie wir es dann bei Puccini und den italienischen Veristen finden. Verdis Realismus aber ist ein Realismus der Form, ja des Genres, und nicht der Handlung. Der Tanz ist es, der ...
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Das glaube ich nicht. Aber die Art, wie bestimmte Partien zeitweise eher schwer und dann wieder sehr lyrisch besetzt werden, erweckt vielleicht diesen Eindruck. Jede...
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Am 16. April 1931 hebt sich in der Wiener Staatsoper der Vorhang zu einem Werk, das neu ist und zugleich bejahrt. Der Grund für diesen Widerspruch liegt auf der Hand: Aus der Taufe gehoben wird das Dramma per musica in tre atti, «Idomeneo, Rè di Creta». Doch nicht jenes anno 1781 in München uraufgeführte Werk gleichen Namens von Wolfgang Amadeus Mozart erleben die...
