Gefühl ist alles
Sie hat Lorenzo da Ponte persönlich gekannt und erlebte noch die Ära von Claude Debussy und Richard Strauss. Pauline Viardot (1821-1910), Tochter von Manuel García und jüngere Schwester von Maria Malibran, war nicht nur eine epochale Sängerin, sondern auch eine wache und wichtige Zeugin ihres Jahrhunderts. Während ihrer aktiven Zeit rissen sich die großen Komponisten um sie. Sie hat zahlreichen Rossini-Opern zum Erfolg verholfen, in den Uraufführungen von Meyerbeers «Le Prophète» und Gounods «Sapho» mitgewirkt und Glucks Orpheus in der Bearbeitung von Berlioz kreiert.
Von Haus aus Mezzo, hat sie wie ihre Schwester häufig auch Sopranpartien wie Norma gesungen. Bereits mit 42 Jahren zog sie sich von der Bühne zurück, trat aber weiterhin im Konzertsaal und später in ihrem Salon als Sängerin auf.
Bis vor Kurzem wenig bekannt war ihre Arbeit als Komponistin. Mittlerweile wird ihre Oper «Cendrillon» (1903/04) auch bei uns wieder aufgeführt, Opera Rara legt nun den Mitschnitt eines Konzerts aus der Londoner Wigmore Hall vor, in dem ihr reiches Liedschaffen in Beziehung gesetzt wird zu den Gelegenheitsarbeiten ihrer großen Komponistenfreunde. Sechs Jahrzehnte werden umspannt, in denen sich ...
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