Leiden, Schaffen, Lieben
In Schauspiel und Film kommen die Heroen der Kompositionsgeschichte prima an, besonders wenn sie von Heroen verkörpert werden. Richard Burton als monomanischer Richard Wagner; Peter Ustinov als verzottelter Beethoven; Martin Held und Ernst Schröder als Bach und Händel, fiktiv sich treffend und verbal sich duellierend: Das alles hat die großen Meister posthum wenig gekratzt. Für Gegenbewegung sorgte weniger der Hollywood-Mozart nach Peter Shaffer als Mauricio Kagel: Sein Film «Ludwig van» war und ist das Gegenteil von Heldenverehrung. Auf der Musikbühne haben es solche Vorhaben schwerer.
Hans Pfitzners Palestrina ringt einsam um Inspiration, Janáceks Zivny («Osud») versucht Liebe und Leben füreinander fruchtbar zu machen. Adriana Hölszky und Hans Neuenfels schickten Giuseppe Verdi zum Meeting mit Sylvia Plath. Alles mühsame Projekte. Wenn Komponisten den Künstler beim Leiden und Schaffen porträtieren wollen, zeigen sie gern auf Dichter und Maler: Matthias Grünewald und jüngst auch Rembrandt haben auf diese Weise das Singen gelernt, wie schon vor ihnen Celan, Hölderlin und Kafka, wobei es zunehmend schick (und unverfänglicher) ist, die Wortsetzer nicht mehr in persona in Töne zu ...
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Frau Kirchschlager, gestern Abend haben Sie Ihre erste Carmen gesungen. Wie hat sich das auf der Bühne angefühlt?
Gut. Zum Glück! Mir ist eine Riesenlast von der Seele gefallen, weil es für mich das erste Mal war, dass ich mir eine so wichtige Rolle ohne Regisseur erarbeiten musste und auf mich allein angewiesen war. Eigentlich hatte ich mich enorm auf die...
Kürzlich hat der Bundesverband der Musikindustrie (IFPI Deutschland) seinen Wirtschaftsbericht 2008 veröffentlicht. Zahlen, die der Branche – zumal den vier verbliebenen Großkonzernen (EMI, Sony, Universal, Warner) – wenig Freude bereiten: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Tonträgern sind weiter gesunken – in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um vergleichsweise...
An den Komponisten Carl Goldmark (1830-1915) erinnern gelegentlich Aufführungen seiner Oper «Die Königin von Saba», die 1875 an der Wiener Hofoper uraufgeführt wurde und schnell zum Welterfolg avancierte. Zehn Jahre lang hatte Goldmark an dem Werk gearbeitet, und es dauerte noch einmal so lang, bis 1886 seine zweite Oper «Merlin» erschien. Es folgten noch vier...
