Leicht im schweren Fach
Ich lehne Partien ab, die viel Schreien verlangen.» Ein Credo. Renato Bruson sang sie dann trotzdem, aber eben auf seine Art. Er hat all die Schurken, Sonderlinge und zwielichtigen Kerle zu sich herangeholt und ihnen andere, manchmal neue Facetten eröffnet. Auf dem Zenit seiner Karriere bildete der Italiener den Gegenentwurf zum sieben Jahre älteren Landsmann Piero Cappuccilli. Man nehme dafür nur die in den 1970er- und 1980er-Jahren entstandenen Einspielungen: Entweder war Letzterer engagiert oder eben Renato Bruson.
1936 kam dieser in einem Dorf unweit von Padua zur Welt.
Hineingeboren wurde er in eine fast mittellose Bauernfamilie. Die Eltern starben früh, Singen als Beruf stand nicht zur Debatte. «Man hat mich nicht besonders unterstützt», sagte Bruson einmal. «Es gab Widerstände von allen möglichen Seiten, besonders von meinen Verwandten. Damals war es auf dem Land so, dass man in jemandem, der Musik zu seinem Beruf machte, einen sah, der nicht arbeiten wollte.» Wie so viele rutschte Bruson über das Hobby in die künstlerische Laufbahn. Studieren konnte er nur dank eines Stipendiums. 1960 gewann er in Spoleto einen Wettbewerb und debütierte dort ein Jahr später als Luna in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Markus Thiel
Im Jahr 1929 im Haus von Albert Einstein: Der Physiker führt einer erlesenen Gesellschaft, darunter Richard Strauss, Max Liebermann und Gerhart Hauptmann, seine neueste Erfindung vor: eine Zeitreisemaschine. Doch in welche Epoche soll es gehen? Welche Persönlichkeiten könnte man treffen? Möchte Strauss seiner Salome begegnen? Oder lieber weiter zurückwandern – bis...
Alice fällt. In der langen Eröffnungsszene wird vom Schnürboden eine Artistin als ihr Double herabgelassen, die in Zeitlupe mal kopfüber, mal kopfunter mit Armen und Beinen Halt und sich der Schwerkraft zu widersetzen sucht. Vergeblich. Dazu entwickelt sich im Graben, aus unheimlich tiefen Schlagzeugklängen, bald eines jener quecksilbrigen, glitzernden Klangbilder,...
Positiv schon, dass dieser Halberstädter Wagner-Nachmittag und -Abend auch für Menschen mit weiter Anreise oder begrenztem Zeitbudget nicht zur Geduldsprobe entgleist: Nach reichlich viereinhalb Stunden ist Brünnhilde feierlich in ihrem Feuerring verschlossen, wobei die Licht- und Videotechnik noch einmal gute Figur macht. Nun kann sich jeder nach Herzenslust bei...
