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Nicht gerade erhebend: die österreichische Erstaufführung von Unsuk Chins Oper «Alice in Wonderland»

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Alice fällt. In der langen Eröffnungsszene wird vom Schnürboden eine Artistin als ihr Double herabgelassen, die in Zeitlupe mal kopfüber, mal kopfunter mit Armen und Beinen Halt und sich der Schwerkraft zu widersetzen sucht. Vergeblich. Dazu entwickelt sich im Graben, aus unheimlich tiefen Schlagzeugklängen, bald eines jener quecksilbrigen, glitzernden Klangbilder, aus denen Unsuk Chin ihre Partitur zusammensetzt. Glocken, sanftes Geklimper, fiepende Glissandi und mehr führen in ein buntes, rätselhaftes Reich der Phantasie, wo die Musik immer wieder Purzelbäume schlägt.

Zwei Stunden und 45 Minuten später hat sich das Blatt gewendet: Alice wird in einem sanften Lichtkegel in die Höhe gesogen. Man denkt unwillkürlich an Ufo-Szenen aus einschlägigen Science-Fiction-Filmen, zumal die Bühne mit ihren schwebenden Ringelementen und kaltem Neonlicht ohnehin den ganzen Abend über eine futuristische Anmutung gezeigt hat. Aber dazu erklingt eben keine Sphärenmusik mit paradiesischen Harmonien und wabernden Chorvokalisen. Stattdessen endet Chins «Alice in Wonderland» mit einem alarmierenden, bedrohlich tobenden Orchester-Crescendo, einer düster sich aufbauenden Verheißung: So klingen die ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Walter Weidringer

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