Learning by doing
Jeder Komponist fragt sich irgendwann einmal, für wen er eigentlich schreibt; die Antworten reichen dann von «für mich» über «für die Musiker» bis zu «für das Publikum», und wahrscheinlich sind sie alle richtig oder falsch. Das Entscheidende ist, dass ein Autor sich überhaupt aller Wechselbeziehungen seines Tuns bewusst ist – um sie dann ins Unterbewusstsein zu entsorgen, wenn er zum Akt des Komponierens gelangt. Da über Letzteres nur sehr schwer Auskunft zu geben ist, wird im Folgenden dargelegt, wie äußere Einflüsse zu einer Oper für «Kinder und Erwachsene» führten.
In dem Maß, in dem sich die Schulen dem Musikunterricht entziehen oder verweigern, ist auch das Interesse der Orchester, Opernhäuser und Komponisten an Werken für «Kinder» zwischen sieben und siebzehn gestiegen; wahrscheinlich nicht primär als künstlerisches Ziel, sondern als didaktische Aufgabe, was ja auch, zum Beispiel im Sinne Hanns Eislers, Kunst ist. Diese Aufgabe stellt sich der Erkenntnis, dass unsere europäische Kunstmusik eben doch einige Basiskenntnisse nötig hat, um in ihrem vergangenen und zukünftigen Reichtum verstanden, entziffert und begriffen zu werden, somit versuchen die Institutionen nichts ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zu den seltsamsten Blüten des MozartJahrs gehört die in Münster uraufgeführte Oper «Fintenzauber» der beiden Luxemburger Nico Helminger und Camille Kerger. Helminger hat sich aus Mozarts Opern neun Figuren, darunter den Transvestiten Papagenoa, zusammengeklaubt und in einen Plot verwickelt, wie er einfältiger nicht erfunden werden kann. Der Medien- und Modezar...
Von Honoré de Balzac, einem der aufmerksamsten Chronisten des 19. Jahrhunderts, stammt eine Sentenz, die das Phänomen Bohème folgendermaßen charakterisiert: «Die Bohème hat nichts und lebt von dem, was sie hat. Die Hoffnung ist ihre Religion, der Glaube an sich ist ihr Gesetzbuch, die Wohlfahrt gilt ihr als Budget. Alle diese jungen Menschen sind größer als ihr...
Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...
