Lauter Ausrufezeichen

Mainz Berg: Wozzeck

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Übersichtliches Personal, bekannter Stoff, erprobtes Drama: Man könnte glatt meinen, Alban Bergs «Wozzeck» sei eine für Schauspielregisseure bestens geeignete Oper. Also auch für den Mainzer Intendanten Matthias Fontheim. Sollten ihm die starken Emotionen und schnellen Entwicklungen des Stücks nicht eher liegen als «Der Rosenkavalier», an dem er letztlich gescheitert war?
Fehlanzeige, leider. «Wozzeck» sieht gleich auf den ersten Blick so hip und schrill aus wie vieles, was derzeit im Mainzer Schauspiel zu sehen ist. Tragfähig ist das turbo-surreale Konzept nicht.

Es gibt kein Geheimnis um diesen Wozzeck, keine Entwicklungen. Von der ersten Sekunde an ist er ein Getriebener, viel äußerliche Gestik überpinselt die Abstufungen des Andersseins. Da will man gar nicht mehr erleben, wie Doktor, Hauptmann und Tambourmajor – Menschenschinder, sadistischer Vorgesetzter und Liebesrivale – Wozzeck erniedrigen. Alles ist ja vom ersten Moment an vorhersehbar, zu jeder Aktion gibt es darstellerische Ausrufezeichen.
Dass dieser Gehetzte seine Freundin töten wird, ist so klar wie alle anderen Figurenkonstellationen: ein Kabinett ausgestellter Grotesken und Überzeichnungen. Am Ende schwingt Wozzecks ...

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Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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