Laura Aikin

Zum ersten Mal seit Langem ist Laura Aikin an der Berliner Staatsoper, ihrem ehemaligen Stammhaus, aufgetreten: in Morton Feldmans «Neither». Eine Wiederaufnahme ist für Juni 2015 geplant. Vorher gibt die Sopranistin dort Mozarts Konstanze. Doch zunächst stehen beim Musikfest drei Poe-Lieder von Aribert Reimann an – mit dem Orchester der Deutschen Oper (14. September).

Opernwelt - Logo

Frau Aikin, Sie haben fünfzehn Jahre in Italien gelebt. Warum wollten Sie da weg?
Das hatte zum einen private Gründe. Es war aber auch eine Entscheidung für den Beruf. Als amerikanische Sängerin, die hauptsächlich deutsches Fach singt, sah ich in Italien keine Zukunft mehr. Ich will singen, und ich will unterrichten. In Deutschland habe ich ganz andere Möglichkeiten.

Nun sind Sie wieder in die Stadt gezogen, in der Ihre Karriere begonnen hat.

War da auch ein bisschen Nostalgie im Spiel?
Aber klar doch! (lacht) Im Ernst: Ich habe in Berlin einen Traumstart erlebt. Als ich Anfang der 90er-Jahre an der Staatsoper anfing, war das Haus in einer unglaublichen Auf- und Umbruchstimmung. Barenboim hatte gerade die Staatskapelle übernommen. Ich kam frisch von der Hochschule und durfte mit all diesen erfahrenen Sängern und Dirigenten arbeiten. Und ich konnte ein breites Repertoire singen, von der Barockoper bis zum zeitgenössischen Musiktheater. Das war eine goldene Zeit, die mich fürs Leben prägen sollte. Eigentlich wäre ich gern an der Staatsoper geblieben. Aber ich wollte auch eine gewisse Freiheit, um meine eigenen Dinge zu machen. Beides zusammen ging damals leider nicht.

Ihre Paraderollen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Apropos, Seite 103
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Déjà-Entendu

Was du ererbt von deinen Vätern hast», heißt es in Goethes «Faust», «erwirb es, um es zu ­besitzen.» Hat man sich das bei der EMI vor Augen gehalten, als es um die Künstlerin ging, deren Erbe wohl mehr Zinsen abgeworfen hat als das von irgendjemand sonst und das jahrzehntelang vom Marketing mit dem absurden Allerlei von «Best of»-Kompilationen geschändet wurde?

«Ca...

Hoch in Südwest

Denkbar weit spannt sich der programmatische und musikalische Bogen beim diesjährigen Festival-Sommer der Santa Fe Opera. Die Schauplätze der drei hier besprochenen Produktionen reichen vom Paris der 1920er-Jahre über ein Konzentrationslager am Ende des Zweiten Weltkriegs bis hin zum Privatleben des chinesischen Staatsmannes Sun Yat-Sen und der zeitlosen...

Primadonne stupende

Die Sopranistin Simone Kermes und die Mezzosopranistinnen Joyce DiDonato, Anna Bonitatibus und Vivica Genaux sind heute Stars der internationalen Opernwelt. Auf drei CDs widmen sie sich jetzt dem Belcanto – jener Kunst, bei der die Mienen der Musikliebhaber schon seit über 300 Jahren in Verzückung geraten. Um 1600 gemeinsam mit der Oper entstanden, dominierte der...