Ladehemmung
Zum Spielzeitstart eines neuen Theaterintendanten kommen die Karten auf den Tisch: Wo will er hin, was bringt er mit? Für Matthias Fontheim, der aus Graz kommend das Mainzer Staatstheater aus den Händen von Georges Delnon übernahm, sollte es etwas Spartenübergreifendes sein. Carl Maria von Webers «Oberon» wurde als Opern-Regiedebüt von Philip Tiedemann ausgewählt – interessant, wie sich so mancher Schauspielmensch die Oper vorstellt.
Es ist elf Jahre her, dass sich die Oper Frankfurt an Webers «Oberon» gewagt hat.
Martin Mosebach integrierte die wild blühende Musik in ein Puppenspiel und machte so aus der kruden Geschichte eine Tugend: ein Märchenspiel mit Marionetten, von hervorragenden Puppenspielern und exzellenten Sängern gekonnt umgesetzt – und auch nach dem Mainzer Neuversuch wohl maßstäblich zu nennen.
Am Mainzer Staatstheater hält «Oberon» jetzt als Drei-Sparten-Event Einzug – gemäß einer der Leitlinien von Matthias Fontheim, der Ballett, Schauspiel und Oper zusammenrücken will. Dabei sollen sich Regiehandschriften von Spezialisten der jeweils anderen Sparte befruchten – und deswegen steht mit Philip Tiedemann gleich ein hochgeachteter Schauspielregisseur hinter diesem ...
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Herr Richter, wenn Sie die zurückliegenden zehn Jahre als Intendant der Deutschen Oper am Rhein Revue passieren lassen – was fällt Ihnen spontan zu den Stichworten «größtes Glück» und «größtes Ärgernis» ein?
Das größte Glück für mich war, dass es mir gelungen ist, wieder ein großartiges Ensemble aufzubauen. Das bedeutet heute etwas völlig anderes als zu der viel...
Es war ein schöner Traum. Kulturhauptstadt Europas 2010, das klang in der Tat hochheilig ernst und erhaben. Aber darum ging es den Görlitzern gar nicht. Jedenfalls nicht in erster Linie. Weit mehr noch, nämlich kulturpolitisch und psychologisch essenzieller, hätte der Zuschlag des Titels die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches bedeutet, wäre er historisches...
Mangelnde Originalität im Mozart-Jahr kann man dem Opernhaus von Cagliari nicht vorwerfen. Die in dem sardischen Theater entstandene Ersteinspielung von Jules Massenets «Chérubin» ist ein überraschender Beitrag zur Rezeption der da-Ponte-Opern. Cherubino erscheint in Massenets später Comédie chantée als siebzehnjähriger Bursche, der bereits etliche Liebesabenteuer...
