L'amour parisien
Prosper Aubertin langweilt sich in seiner Ehe und gibt darum anonym eine Kontaktanzeige auf. Unter den vielen Briefen, die bald postlagernd eintreffen, finden sich zu seiner Überraschung auch Zuschriften seines Dienstmädchens, seiner Tochter und seiner eigenen Gattin. Eine erotisch knisternde Figuren-Konstellation hat sich Sacha Guitry 1933 für «O mon bel inconnu» ausgedacht. Überraschend ist allerdings, dass der legendäre Schauspieler und Bühnenautor die wortverspielte Handlung im kleinbürgerlichen Milieu ansiedelt – sein Monsieur Aubertin ist Besitzer eines Hutgeschäfts.
Während die Berliner Revueoperetten der Zeit ganz auf Glamour setzten und darum bevorzugt in High-Society-Kreisen spielten, entstammen die Bühnenfiguren in Guitrys comédie musicale der Einkommensklasse seines Publikums. Der titelgebende «schöne Unbekannte» ist in Wahrheit nur ein Durchschnittsmann. Die Musik allerdings, die Reynaldo Hahn zu dieser Boulevard-Petitesse komponiert hat, ist absolut nicht spießig, sondern großstädtisch-elegant. Wobei er – und das ist der zweite Unterschied zur deutschen Operette jener Epoche – komplett auf Jazzeinflüsse und amerikanische Modetänze verzichtet. Sein Bezugsrahmen ist ...
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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 42
von Frederik Hanssen
An Mozarts «Così fan tutte» sind Regisseure reihenweise gescheitert. Zu viel Unsinn enthält Da Pontes Libretto, für den es kaum eine befriedigende szenische Lösung gibt. Wieso erkennen die Schwestern ihre Geliebten nicht mehr, kaum kleben die sich Bärte an? Warum müssen sie, nachdem sie drei Stunden an der Nase herumgeführt und nach Strich und Faden betrogen...
alpha
20.06. – 22:00 Uhr
27.06. – 21:45 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2014
Russische Nacht, Teil 1 + 2
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06.06. – 13:00 Uhr
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Beethoven: Symphonie Nr. 2 und Coriolan-Ouvertüre
National Concert Hall, Dublin 2021
RTÉ National Symphony Orchestra, ML:...
Die Theater sind im Umbruch. Der lähmende Stillstand durch die Corona-Krise hat nicht nur enthüllt, wie elend weit hinten im Ranking der Systemrelevanz die Kultur tatsächlich platziert ist. Die Pandemie hat den Blick der marginalisierten Institutionen auch – mit durchaus masochistischen Anteilen – nach innen gelenkt. Lange schon rumorende Fragen nach den...
