Erstklassig gecastet
Warum verwendete Händel nicht den Librettotitel «Ginevra», warum nannte er das Stück nicht wenigstens «Ariodante ed Ginevra»? Weil er ein Macho war? Wohl kaum, tragen doch zehn seiner gut 40 Opern den Namen einer Heldin, darunter meisterliche Schöpfungen wie «Agrippina» und «Alcina». Es lag zweifellos an der historischen Divergenz von Lebensläufen; hätte er Roberta Mameli hören dürfen, die Titelgeschichte wäre anders gelaufen.
Denn in Drottningholms Schlosstheater macht die italienische Sopranistin jetzt Ginevra zur Hauptfigur, was dramaturgisch ohnehin der Fall ist, sängerisch aber keineswegs selbstverständlich, wenn eine Ann Hallenberg dem Ariodante ihren distinguierten, mit berückenden Valeurs ausgestatteten Mezzo leiht. Daneben behauptet sich nicht nur Mamelis ebenso durchdringendes wie leicht herbstlich getöntes Timbre, sie triumphiert geradezu in schauspielerischer Hinsicht und sorgt derart für das schwedische Sommerereignis des Jahres.
Überhaupt hat das älteste Barocktheater des Landes – Confidencen im Park von Ulriksdal ist noch älter, aber nicht originalgetreu erhalten – wieder erstklassig gecastet. Francesca Aspromonte gibt eine elegante, in jeder Lage mühelos ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Volker Tarnow
Wo kühn Kräfte sich regen ... Vor 377 Millionen Jahren rast ein Meteorit mit 100 000 Stundenkilometern auf die Erde zu, schlägt im weiland noch auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen heutigen Mittelschweden ein. Vier Kilometer Durchmesser hatte der Himmelsriese, der Krater, den er hinterlässt, umfasst derer 50. Siljansringen nennen die Schweden diese gigantische...
60. Jahrgang, Nr 9/10
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Neulich hatte ich einen merkwürdigen (Tag-)Traum. Ich träumte, ich wäre Marcello Mastroianni, führe mit einem Zug durch die Landschaft und träfe im Speisewagen eine bildhübsche Frau, die so aussah wie Sophie Marceau in dem Filmkrimi «Fluchtpunkt Nizza». Wir plauderten eine Weile, schließlich überredete die schöne Fremde mich, mit ihr an der nächsten Station...
