Kulturfeuerwerk
So etwas hat es im Fernsehen noch nicht gegeben. Der deutsch-französische Kultursender Arte spannt sein Programm zum Jahreswechsel rund um den Globus. Ein Kulturfeuerwerk eigener Art sozusagen. Die Übertragung setzt in Ozeanien ein, wandert über Japan, Ost- und Westeuropa nach Nord- und Südamerika. Schlusspunkt der geografischen Reise ist São Paulo. Die inhaltliche Reise ist nicht weniger weit angelegt. Viel Klassik wird dabei sein, aber auch eine Liza Minelli Show, Zirkus, Tanz – alles was zum französischen Wort «spectacle» gehört.
Jean Wittersheim, der bei Arte für «Spectacle» zuständig ist (Foto unten), träumt seit vier, fünf Jahren von diesem Projekt. Nun ist er am Ziel.
Vieles in diesen 24 Stunden wird live gesendet – und das betrifft besonders die Klassik. Der Fernsehzuschauer wird dabei sein, wenn Riccardo Chailly den letzten Satz aus Beethovens Neunter im Gewandhaus dirigiert; er wird auch in der Semperoper vorbeischauen, wo Christian Thielemann am Pult steht; er wird aus der «Fledermaus» an der Wiener Staatsoper den Ball-Akt erleben – samt Überraschungsgästen. Otto Schenk hat seine Inszenierung dafür überarbeitet, es dirigiert Franz Welser-Möst, der Musikchef des Hauses. ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Stephan Mösch
An Eleganz übertrifft es alle anderen. Es ist das schönste Opernhaus, das in den letzten Jahren gebaut wurde. Es steht im chinesischen Qingdao, früher unter dem Namen Tsingtau bekannt, eine Stadt mit deutscher Prägung aus der Kaiserzeit. Deutsche Architekten haben es entworfen: Die Pläne lieferte das Büro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) aus Hamburg.
Opernhäuser...
Liebe Gloria Davy, Mitte der 50er-Jahre gastierten Sie in Europa mit «Porgy and Bess». Ich habe 1955 eine der Vorstellungen im Hallenstadion von Zürich erleben können. Wie kam es zu dieser Produktion?
1955 nahte schon das Ende meiner Zeit mit «Porgy and Bess». Im Jahr zuvor hatte ich mich einem Ensemble in Cleveland (Ohio) angeschlossen. Damals ersetzte ich Leontyne...
Der erste Gedanke, wenn man diese Oper hört: Enescu kann alles! Aber er kann es nicht nur aus traumwandlerisch sicherer Beherrschung des Metiers, sondern aus tiefer Einsicht in die musikalische Praxis. Enescu war, wie historische Aufnahmen belegen, ein begnadeter Geiger, ließ im Trio mit Alfredo Casella und Louis Fournier oder in seinem Streichquartett die...
