Konzertierte Aktion
Premieren von Humperdincks «Hänsel und Gretel» sind in der Vorweihnachtszeit eher Regel als Ausnahme. Diese jedoch hat es in sich. Sie markiert die Gründung der «Wanderoper Brandenburg» – eine Offensive, die überregionales Interesse verdient. Zur Zeit der Wende gab es in Brandenburg fünf Dreispartenhäuser. Geblieben ist davon ein einziges und mit ihm ein letztes Musiktheater-Ensemble: Cottbus. In Potsdam, Senftenberg und Schwedt existieren nur noch kleine Schauspieltruppen, in Brandenburg und Frankfurt/Oder stehen Mehrzweckhallen ohne Ensemble.
Es sieht ganz so aus, als ob in großen Teilen des Landes Oper, Operette, Musical aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind. Weil angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung der Städte keine Neugründung eines Theaters zu erwarten ist, hat der Regisseur und Hochschullehrer Arnold Schrem die Initiative ergriffen. Seine «Wanderoper» ist ein «Verein für kulturelle Bildung»; keine Geringere als die Sopranistin Edith Mathis gibt ihren Namen als Ehrenmitglied für die gute Sache. Viermal im Jahr will die «Wanderoper» die Landkreise mit Aufführungen besuchen und so eine Grundversorgung bieten, die seit Jahren fehlt. Ein ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Mösch
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und...
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die...
Die Deutschen machen sich’s bekanntlich nicht leicht mit ihrer Festoper schlechthin, mit Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg». Erst recht in Nürnberg. Drum tat Intendant Peter Theiler gut daran, die Neuinszenierung des heiter-tiefsinnigen, aber durch nationalsozialistische Vereinnahmung kontaminierten Werks David Mouchtar-Samorai anzuvertrauen. Der in Bagdad...
