Künstlerfieber
Es hätte die Abschiedsvorstellung des künstlerisch erfolgreichen Intendanten Stephan Märki werden sollen. Daraus wurde nichts, Märki ging vorzeitig und im Unfrieden. Und hinterließ mit «Tristan und Isolde» ein Projekt, das die kleine Bühne bis an die Grenzen ihrer Kapazitäten forderte, ihr jetzt aber auch einen außerordentlichen Erfolg bescherte.
Wird Richard Wagners «Handlung in drei Aufzügen» in einem kleinen Theater aufgeführt, stellt sich die Frage nach der vokalen Qualität in zugespitztem Maße. Nicht so in Bern.
Daniel Frank ist ein Tristan mit lyrisch eingefärbter, intelligent eingesetzter und bis zum Ende uneingeschränkt präsenter Stimme. Als Isolde steht ihm mit Catherine Foster eine Wagner-Sängerin par excellence zur Seite; in der Diktion gibt es fraglos noch Potenzial; was die vokale Ausstrahlung und das Volumen betrifft, bleiben jedoch keine Wünsche offen – die Differenzierung der Seelenzustände vor und nach der Einnahme des Tranks gelingt ihr vorzüglich. Besonderes Aufsehen erregt allerdings Claude Eichenberger, der die Brangäne auf den Leib geschrieben scheint. In warmer Opulenz und klarer Zeichnung leuchtet ihr Mezzosopran, was sie darstellerisch, nicht zuletzt mit ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Peter Hagmann
Unter dem Datum 1. Mai 1844 berichtet Heinrich Heine in seinem Paris-Buch «Lutetia» von einer schönen Begebenheit: «Einen ungeheuren Beifall findet Scribes neue Oper ‹Die Sirene›, wozu Auber die Musik geschrieben.» Damals ein Repertoire-Renner, ist das Stück heute nicht einmal mehr dem Titel nach bekannt. Völlig zu Unrecht, wie man jetzt dank der Initiative des...
Überirdisch gleißend strahlt Echnaton. Weißes Tuch fällt an seinen Armen herunter, der Brustpanzer funkelt golden. Das Volk zu seinen Füßen lässt sich blenden, neigt die Köpfe, bejubelt den neuen Pharao – und vergisst dabei völlig, dass es selbst im Dunkeln steht.
Nach «Einstein on the Beach» (2017) steht mit «Echnaton» bereits zum zweiten Mal ein Stück von...
Eine bunte, mondäne Badegesellschaft bespaßt sich an einem Swimmingpool, während etwas abseits mit zerquältem Gesichtsausdruck eine Männergestalt herumstapft, die in ihrem braunen Cordsamtanzug nicht im Geringsten zu dem kapriziösen Freibadambiente passen will, offensichtlich aber gern bei der Party dabei wäre. In tosender Verzweiflung glaubt sich dieser...
