Kühne Wahl
Lord Ashburton, Schirmherr der Grange Park Opera, arbeitete 39 Jahre lang als Investment Banker. In seinem Geleitwort zur aktuellen Spielzeit spricht er vor allem von der Finanzkrise. Das von Wasfi Kani seit zwölf Jahren geleitete Festival in Hampshire ist nur
lebensfähig, wenn sich die Karten (aktuell zu Preisen zwischen 50 und 115 Pfund) verkaufen lassen und Spender oder Sponsoren die künstlerische Arbeit unterstützen; auf Steuergelder hat man stets verzichtet.
Bislang erfüllten die charmant-gewitzten Bettelreden, welche die Chefin vor den Vorstellungen zu halten pflegt, voll und ganz ihren Zweck.
Wasfi Kani stammt aus dem indischen Agra und wuchs in der Nähe des Wormwood Scrubs Gefängnisses in London auf, in dem sie regelmäßig mit einer kleinen Truppe (Pimlico Opera) Musiktheater macht. Sie arbeitete zeitweilig als Bankerin, doch ihre Leidenschaft gilt der Musik. Und sie hat ein Gespür für Stücke und Produktionen, die ankommen. Stephen Metcalfs perfekt ausstaffierte konservative «Fanciulla del West», von Rory Macdonald stilbewusst dirigiert, war im vergangenen Jahr ein Hit. Diesmal standen «Norma», «Eliogabalo» und «Das schlaue Füchslein» auf dem Programm – durchaus eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Rameau, der große Wiederzuentdeckende, kommt immer mehr auch auf den kleineren Bühnen an. So versprach Oldenburg zum Spielzeitabschluss unter dem Titel «La Fête» ein Opernfest mit seiner Musik und erinnerte damit an barocke Traditionen. Wenngleich in ganz anderer Umsetzung als damals, vor mehr als 250 Jahren, als in Paris zur Zeit des Sonnen-königs und seines...
Ein Wurf? Wenn man «Hamlet» mit den Meisterwerken von Hans Werner Henze oder mit Aribert Reimanns «Lear» vergleicht – dann gewiss nicht. Doch mit sonstigen Berliner Uraufführungen kann sich die neue Oper von Christian Jost ohne Mühe messen. Der Publikumserfolg des Premierenabends galt neben dem pragmatisch zupackenden Gestus vor allem der Tatsache, dass hier...
Allzu viele Aufführungen von Hans Pfitzners musiktheatralischem Hauptwerk «Palestrina» gab es in den letzten Jahrzehnten nicht – und wohl überhaupt noch keine eines innovativ durchdringenden Szenikers. Das scheint erstaunlich, weil es sich um ein Schlüsselwerk an der Nahtstelle zwischen Wagner und der Moderne handelt. Und zudem um eine veritable, in vielerlei...
