Flucht nach vorn
Wohl kaum eine Figur der Operngeschichte erlebt so eine niederschmetternde Ausweglosigkeit wie Wozzeck. Wie zeigt man das auf der Bühne? Matthias Oldag, Generalintendant der Theater & Philharmonie Thüringen, und sein Bühnenbildner Thomas Gruber haben sich in Gera für eine simple, aber doch wirkungsvolle Lösung entschieden. Ein Raum, begrenzt von zwei Wänden, einer Decke und einem ansteigenden Boden, verjüngt sich nach hinten ins Nichts. Von dem Moment, in dem sich der Vorhang hebt, ist klar, dass hier eine Geschichte unausweichlich auf die Katastrophe zusteuert.
Die Decke senkt sich bis zu der niedrigen Raumhöhe, die Maries Kammer und zugleich jene Decke symbolisiert, nach der sie sich im Leben strecken kann. In der Tiefe der Hinterbühne, gleichsam in deren Fluchtpunkt wechselnde Motive – mal hängt dort eine Scheibe, die den Mond und im nächsten Moment die untergehende Sonne darstellt, mal ein blutiger Rinderkadaver, mal ziehen die Soldaten mit dem Tambourmajor an der Spitze vorbei, dann herrscht wieder nur bedrückende Schwärze. Die Figuren wirken wie eingefroren, die surrealistischen, an Salvador Dalí erinnernden Tableaux leben von der Sprache der Farbe. Es sind starke Bilder, die ...
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Frau Silja, in unserem letzten «Opernwelt»-Gespräch, das 1994 erschien, sagten Sie, es reize Sie auf der Bühne nur noch das «Unmachbare». Was ist das konkret?
Das «Unmachbare» ist nicht erklärbar, ebenso wenig wie die großen Gefühle. Sie trotzdem ohne falsches Pathos umzusetzen, ist für mich das Faszinierende der Oper.
Sie haben sich vor einigen Jahren taufen...
Auf ein Neues! Der Freiburger «Ring» ist auf seiner dritten Station bereits bei seinem dritten Dirigenten angekommen. Fabrice Bollon, seit dieser Saison GMD, wird das Unternehmen auch 2010 zum Zyklus bündeln. Wie er und das propere Philharmonische Orchester Freiburg nun den «Siegfried» ausbreiteten, das ist schlicht bravourös. Diese Wagner-Deutung mag anfangs zum...
Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge....
