Krisenfest im Abseits
Sie haben es gerade noch geschafft. Bevor die Zocker in den Banken und an den Börsen, von einer blind auf die Selbstregulierung der Märkte vertrauenden Politik begünstigt, die grüne Insel an den Rand der Staatspleite brachten. Vor gut einem Jahr hatte Irland unter dem sogenannten «EU-Rettungsschirm» Zuflucht suchen müssen – als erstes Mitglied der Europäischen Union. Aber da stand das neue Opernhaus im kleinen Wexford schon, seit 2008 läuft der Spielbetrieb – mit dem jedes Jahr veranstalteten Raritäten-Festival als Höhepunkt.
Wäh-rend man in dem Fischerstädtchen am Südostzipfel der Insel die 60. Spielzeit feiert, stehen Dublins Opernstrategen mit leeren Händen da. Die noch vor drei Jahren propagierten Pläne des Arts Council, in der Hauptstadt eine National Opera Company zu gründen, sind auf Eis gelegt. Das von Daniel Libeskind entworfene Grand Canal Theatre, ursprünglich als Sitz dieser Irischen Nationaloper avisiert, wird von Reisetruppen bespielt. Da waren die Festivalmacher in Wexford cleverer. Und sind darauf mächtig stolz.
«Wir haben eben rechtzeitig unsere Hausaufgaben gemacht», schmunzelt Chairman Peter Scallan. Die Finanzierung des mitten in einem Häuserensemble entstandenen ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Albrecht Thiemann
Sicher, Verdis effetto ist da. Aber es ist doch ein recht manierlicher Sturm, der da durchs Zürcher Opernhaus tobt. Unsere Nachmittagsvorstellung des «Otello» nimmt erst allmählich Fahrt auf, dann jedoch gewaltig. Daniele Gatti, Chefdirigent für überschaubare drei Jahre, scheint sich immer mehr zu entfalten. Ist die Intrigenmine erst mal losgetreten, wird Giuseppe...
ARTE
1./7./13./19.12. – 6.00 Uhr
Gesangwettbewerb
«Régine Crespin».
Orchestre National de France, Ber-
trand de Billy. Moderation: Chiara Muti.
2./8.12. – 6.00 Uhr
Paavo Järvi interpretiert
Schumann und Mozart. Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Solistin: Alina Ibragimova.
4.12. – 6.05 Uhr
Musik – ein Fest fürs Leben.
Dokumentation von Alexander Lück und Daniel Finkernagel...
Man darf es als Bekenntnis, als musikpolitischen Aufbruch verstehen, wenn sich die neuen Intendanzen in Karlsruhe und Stuttgart einem der großen, hierzulande noch immer nicht in seiner vollen Bedeutung anerkannten Zeitgenossen zuwenden – Hector Berlioz, dem bahnbrechenden Orchestervirtuosen und eigentlichen Zukunftsmusiker unter den großen Komponisten des 19....
