Krick-Krack!
Anhänger des Steampunk sind Romantiker. Sie verehren die Technikvisionen des 19. Jahrhunderts, kleiden sich verspielt viktorianisch und lieben die Seelenabgründe düsterer Schauergeschichten. Die Band Coppelius hat nicht nur ihren Namen von E. T. A. Hoffmann entliehen, die Musiker spielen Klarinetten, Cello, Kontrabass – und natürlich Schlagzeug, der knallharte Beat darf nicht fehlen.
Der Intendant des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier, Michael Schulze, ließ Coppelius und die Neue Philharmonie Westfalen gemeinsam eine Steampunk-Oper entwickeln – arrangiert und komponiert von den Bandmitgliedern Comte Caspar und Max Coppella sowie MiR-Kapellmeister Thomas Rimes.
Die Vorstellungen sind ausverkauft. Opernabonnenten sitzen neben Steampunkern, die aus ganz Deutschland anreisen. Auf der Bühne drehen sich riesige Räder, Kessel dampfen, es gibt eine Verfolgungsjagd auf nostalgischen Fahrrädern. Die von Britta Tönne entworfene Theatermaschine funktioniert aber nur, weil E. T. A. Hoffmann selbst sein blutiges Herz an sie verfüttert. Der kleinwüchsige Rüdiger Frank spielt den Dichter und gleichzeitig sein Geschöpf «Klein Zaches». In Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen» kommt der Zwerg ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stefan Keim
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Eigentlich ein ganz normaler Ort, so ein Hotelzimmer. Das gilt selbst dann, wenn es mit einem Konzertflügel und Wandschmuck à la Louis XV., mit Flachbildschirm und Baldachin überm Bett ausgestattet ist. Doch normal ist wenig von dem, was in den zwei pausenlosen Stunden an der Bayerischen Staatsoper in diesem Hotelzimmer geschehen wird: Da macht sich schon bald das...
