Kraftprobe

Aus der Not geboren, nun viel gefragt: Der «Ring»-Zyklus des Detmolder Landestheaters bewährt sich auf Reisen

Opernwelt - Logo

Wandernde Produktionen sind das tägliche Geschäft einer Landesbühne. Doch Wagners «Ring» im Gepäck? Geht das? Das Landestheater Detmold geht damit ein singuläres Projekt an, das an den europaweit mit Sonderzügen auf die Reise geschickten «Ring» Angelo Neumanns in den 1880er Jahren denken lässt, ohne dass damit ein Vorbild oder gar ein Vergleichsobjekt benannt wäre.

Die Detmolder Unternehmung ist aus einer Notlösung entstanden. 2006 war ein neuer «Rosenkavalier» geplant. Doch es stellte sich heraus, dass eine Tourneebühne zur selben Zeit genau dieses Stück anbot.

Das Landestheater Detmold hätte keine Chance auf Absatz seiner Produktion gehabt. Ein großes Werk des Repertoires sollte es dennoch sein, und da die Besetzung dafür fast ausnahmslos am Haus vorhanden war, wurde aus dem «Rosenkavalier» eine «Walküre». Die Detmolder Theaterfreunde und Vorstandsmitglieder der Sparkassenstiftung regten den Intendanten und Regisseur Kay Metzger schließlich dazu an, einen kompletten «Ring»-Zyklus zu versuchen. Das stellte logistische und finanzielle Ansprüche, die ohne externe Hilfe kaum lösbar waren. Mit einer zur Bedingung gemachten Gegenfinanzierung durch Theaterfreunde, Sparkassenstiftung und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2010
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Christian Schütte

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jenseits der Notentreue

Es war eine glückliche Entscheidung, Andrea Marcon für Alte-Musik-Projekte an die Oper Frankfurt zu binden. Denn Marcon ist nicht nur ein hervorragender Cembalist (und Leiter eines renommierten Spezialensembles), sondern auch Lehrer an der Schola Cantorum Basiliensis, also ein erfahrener Pädagoge, der Orchestermusikern beibringen kann, was barocke Musik jenseits...

Diva, konvertiert

Ob Kaija Saariaho «Columbo» kennt? Dass eine Assoziation der finnischen Komponistin mit dem kriminalistischen Triefauge ketzerisch klingt (obwohl sie nur alltäglich ist), mag zuzugestehen sein. In Saariahos neuer, in Lyon wirkungsvoll uraufgeführter Oper «Émilie» erinnern dennoch die schimmernden Hintergrund-Glissandi, aus welchen Cembalo-Gelichter aufsteigt,...

Paradise Lost

Es beginnt ruhig. Bassflöte, Bassklarinette und Fagott spinnen eine leise, dunkel getönte Melodie: e – e – d – e – a. Wie ein Engramm eröffnet sie Aribert Reimanns neue Oper. Was da klingt, ist der Name der Titelheldin: Medea (wobei das M als mi=e gilt). Ein fallender Ganzton und eine aufsteigende Quart prägen die Bewegung. Später kommt eine fallende Terz dazu....