Diva, konvertiert
Ob Kaija Saariaho «Columbo» kennt? Dass eine Assoziation der finnischen Komponistin mit dem kriminalistischen Triefauge ketzerisch klingt (obwohl sie nur alltäglich ist), mag zuzugestehen sein. In Saariahos neuer, in Lyon wirkungsvoll uraufgeführter Oper «Émilie» erinnern dennoch die schimmernden Hintergrund-Glissandi, aus welchen Cembalo-Gelichter aufsteigt, durchaus an die Klang-Versatzstücke, mit denen die Szenen der TV-Krimiserie in den siebziger Jahren verblendet wurden. Ein Einwand? Nein.
Mit ihrer dritten Oper (nach «L’Amour de loin» und «Adriana Mater») glückt der 57-jäh-
rigen Saariaho nicht nur eine differenziert virtuose Steilvorlage für die glänzend präparierte, atemberaubend bühnenpräsente Karita Mattila. (Für sie wurde das Werk geschrieben, sie wird es an zahlreichen Orten in Europa singen.) Darüber hinaus stellt die Ein-Personen-Oper in neun Szenen (Libretto: Amin Maalouf) die überfällige Neubelebung eines Genres des Musiktheaters dar, das durchaus nicht ausgereizt wirkt: das Monodram. Seit Schönbergs «Erwartung» und Poulencs «La Voix humaine» darf Saariahos «Émilie» als einer der wichtigsten Beiträge zu dieser Gattung gelten, die in jüngster Zeit auch durch Wolfgang ...
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Die aktuelle in Trier legt...
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