Korridor des Horrors
Kein Vorspiel, kein Vorhang. Nur jede Menge Bretter, die die Welt bedeuten. Es handelt sich um Dachlatten, schon ziemlich abgenutzte Secondhand-Exemplare, schwärzlich oder bräunlich, marode und verwittert, aus denen das überschaubare Reich des König Lear zusammengenagelt worden ist. Latte für Latte bilden sie einen schmalen Korridor. Viel Platz haben sie also nicht, Lears böse Töchter, um einander auszutricksen und sich selbst und Land und Leute in Krieg und Ruin zu treiben.
Aribert Reimanns emphatische Shakespeare-Oper «Lear», seit der Münchner Uraufführung anno 1978 bereits 27-mal neu inszeniert, wird vom Setting am Palais Garnier in Paris auf das Format eines Kammerspiels zurückgebucht. Und ganz shakespearisch marschieren zunächst auch erst mal alle Spielteilnehmer an der Rampe auf, Albany, Kent, Gloster, Cornwall, France und so weiter, Glosters Söhne, Lears Töchter, als Darsteller ihrer selbst. Wie Raubtiere fixieren sie ihr Opfer, das Publikum, um später, während der ersten Verwandlungsmusik, auf engstem Raum im Kreis herumzutigern, rastlos und sinnlos, wie die Tiere im Zoo, angetrieben vom Schnattern des Blechs, vom Donnern der großen Trommel.
Öfters fällt etwas Licht ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Eleonore Büning
Chris, du führst Liz jetzt rüber zu dem Tisch da. Die andern halten sie fest, du reißt ihr das Höschen runter, und dann legt Andrew los.»
«Ähm, was für ein Höschen hat sie denn?», frage ich. «Doch nicht so ein steifes Ding oder Strapsen-Salat?»
«Sie trägt zwei Paar. Eins für dich zum Ausziehen, und noch eins drunter, na, für sich halt. Wirst sehen, das flutscht.»
«Gu...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752291
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 06.06.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Diese Geschichte ist ein echtes Stück Charleston. Der Schiftsteller DuBose Heyward wurde in der Stadt geboren, er verbrachte sein Leben hier, und die Charaktere und Plätze seiner «Porgy»-Erzählung empfand er denen nach, die er auf der Straße, in Lokalen oder in den Kirchen sah. Der gebürtige New Yorker George Gershwin war mit Charleston immerhin besuchsweise...
