Konzentration, Reduktion, Präzision
Eigentlich bemerkt man ihn kaum, den Hausmeister im mausgrauen Kittel, der in diesem Warteraum der Macht voller Sekretärinnen und Ministerialbeamten seine eintönige Arbeit verrichtet. Stoisch öffnet und schließt er immer wieder per Knopfdruck die bis zur Decke reichenden Fensterrolläden. Allmählich changiert so bleiernes Kunstlicht zu kaum weniger befreiendem Tageslicht, wie sich auch ganz langsam die Decke hebt und senkt, damit entweder Öffentlichkeit oder Privatheit herstellt.
Was wie aus dem Leben abgeschaut anmutet, ist zweite Realität, ist Produkt des Theaters.
Ist eine sich stetig verändernde Atmosphäre im bedrohlich klaustrophobischen Einheitsraum, den Herbert Murauer für Christof Loys Inszenierung von Donizettis «Roberto Devereux» in München ersonnen hat. Edita Gruberova als Elizabeth I. beginnt hier als eiskalte eiserne Lady im Kostüm einer Maggie Thatcher und schreitet am Ende in Zeitlupe als gealterte, verbitterte, von vergeblicher Liebe gezeichnete Königin im Abendkleid aus schwarzem Samt zum Finale. Fließend die Übergänge der Szenen, hautnah erleb- und sichtbar die Folgen von Folter, Misshandlung, Freiheitsentzug und Machtmissbrauch.
Im Wesentlichen sind alle Vorzüge ...
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Abschied von der Erlösung
«Confidence Games» nennt der amerikanische Religionswissenschaftler Mark C. Taylor die Strategien, die in Religion und Ökonomie für Bewegung sorgen. «Täuschungsspiele» ist wahrscheinlich eine unzureichende Übersetzung, die der Dialektik von Vertrauen und Verdacht, die in diesem Wort mitschwingt, nicht gerecht wird. Für Taylor sind diese...
Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...
14. April 2008: high noon im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses – der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit mit seinem Staatssekretär André Schmitz, die Fraktionen des Landtags, der Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin Stefan Rosinski, die Intendanten Peter Mussbach (Staatsoper), Kirsten Harms (Deutsche Oper), Andreas Homoki...
