Uraufführung des Jahres

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Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde spä­tes­tens bei der Uraufführung der «Phaedra» an der Berliner Lindenoper deutlich. Gegen die angestrengt originelle Inszenierung von Peter Mussbach setzte sich Henzes leuchtende Klangsprache mühelos durch.

Noch einmal zeigte sich, über welch narrative Energien
Henzes Musiktheater gebietet und mit welch jugendlicher Verve sich der jetzt 82-Jährige dem Verdacht entzog, ein routiniertes Alterswerk als klingendes Vermächtnis vorzulegen. Henzes «Phaedra» wirkt luftig, progressiv, die Oper atmet – nicht zuletzt wegen des ge­mä­ßigt modernen, den Mythos nicht beschädigenden Librettos des Lyrikers Christian Lehnert – die Lust am Dialogischen, an der allumfassenden Welt- und Menschen- und Götterbeschreibung. Ausgehend von der Liebesverweigerung Hippolyts entwickelten Henze und Lehnert, virtuos im Umgang mit dem klanglichen wie ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 32
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Komponisten über Henze

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Was ist das Deutsche an der deutschen Musik?

Rexroth: Ich möchte mit einer Frage an Gerd Albrecht beginnen. Sie sind viel in der Welt herumgekommen, unter anderem haben Sie lange in Japan gearbeitet und waren von 1993 bis 1996 Chef der Tschechischen Philharmonie in Prag. Sind Sie im Ausland als deutscher Dirigent in einer führenden Position wahrgenommen worden, haben Sie sich als deutscher Künstler empfunden?

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