Konzentration auf Wesentliche
Herr Braunfels, Sie zählen nicht nur als Schöpfer einiger Großbauten wie der Pinakothek der Moderne in München sowie des Paul-Löbe-Hauses und des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin zu den meistbeschäftigten Architekten Deutschlands. Nun haben Sie für eine neue «Lohengrin»-Produktion des Festspielhauses Baden-Baden das Bühnenbild entworfen. Was reizt Sie an der Arbeit für das Musiktheater?
Das hat eine lange Vorgeschichte. Ich bin zwar Architekt, doch eigentlich wollte ich Musiker werden.
Die Leidenschaft für die Musik im Allgemeinen und die Oper im Besonderen war bei mir früher ausgeprägt als das Interesse an der Baukunst. Schon während meiner Studentenzeit in München bin ich sehr oft in die Staatsoper gegangen. Das musste später leider zurückstehen, weil ich kaum einmal früher als um zehn Uhr abends aus dem Büro herauskam. Und dann habe ich lieber selbst Klavier gespielt, als Musik nur zu hören. Wenn ich heute daran denke, was ich in den siebziger und achtziger Jahren alles verpasst habe, werde ich richtig melancholisch. Was mich an der Aufgabe reizt, eine Bühne zu gestalten? Vor allem die Herausforderung, «musikalische» Räume zu schaffen. Räume, die sich nicht nur auf die ...
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Über die Station South Kensington auf der Piccadilly Line, ein paar Halts von Covent Garden entfernt, erreicht man das Victoria&Albert-Museum. Ein Besuch der dort gegenwärtig präsentierten Ausstellung «Modernism – Designing a New World» lohnt sich. Auch im Zusammenhang mit der neuen «Götterdämmerung» an Covent Garden – nicht nur, weil man in Siegfrieds Rheinfahrt...
Gut fünfzig Jahre liegen zwischen diesen beiden «Zauberflöten»: Auf der einen Seite Joseph Keilberth, dessen im Dezember 1954 entstandene Aufnahme in eine Zeit fällt, als es vor Neueinspielungen dieser Oper nur so wimmelte. So wundert nicht, dass auch für seine WDR-Produktion zum Teil jene Sänger zur Verfügung standen, die bereits zuvor unter anderem auf den...
Seit fünf Jahren verteilt die nordrhein-westfälische Regierung aus ihrem «Fonds Neues Musiktheater» Geld an jene Opernhäuser des Landes, die ein Werk auf den Spielplan setzen, das jünger als vierzig Jahre ist. Ästhetische Kriterien wollte man bisher nicht in Anschlag bringen – und ein Antrag reichte, um zu profitieren von einem Topf, der in diesem Jahr 250 000...
