Konfetti tut nicht weh
Im November war ich mit der Schule in der Oper und habe mir «Schneewittchen und die 77 Zwerge» angeschaut. Da sind manche Sachen anders als in dem bekannten Märchen: Es gibt nicht 7, sondern 77 Zwerge, die vom Kinderchor der Komischen Oper gespielt werden. Sie haben Kapuzenpullover mit Zipfeln an, einige können sogar auf Händen laufen oder ein Rad schlagen. Schneewittchen ist abenteuerlustig, kann Karate und hat einen Hasen zum Freund, den sie vor dem Koch im Schloss gerettet hat.
Der Jäger, der sie erschießen soll, ist viel zu lieb: Aus seinem Gewehr kommt mit lautem Knall nur Konfetti! Weil die Königin so schön sein will, zieht sie sich sehr oft um. Sie hat Dienerinnen, die ihr Luft zufächern und sie tragen. Am Ende kommt ein langhaariger Prinz an einem Seil auf die Bühne gesprungen und sieht Schneewittchen in ihrem mit Blumen bemalten Sarg. Als er dagegenstolpert, fällt ihr das vergiftete Stück Apfel aus dem Mund. Zum Schluss feiern sie Hochzeit und gründen den «Zirkus Wundersam» – und die Königin muss ins Gefängnis, fette Sahnetorten essen. Das findet sie richtig schlimm, sie will ja dünn bleiben!
In dieser Oper wird nicht nur gesungen, sondern zwischendurch auch gesprochen. Das ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Jolanda Baars
Manchmal muss auch der Musikkritiker zum Äußersten greifen – zum Beispiel zu der Presse-Werbe-CD mit ein paar Ausschnitten aus der Musik, die er eigentlich gerade im Theater gehört hat. Es ist, stellt er beim Nachhören fest, eine Musik von sanftem Schmelz und federndem Esprit, gemacht mit dem Willen und der Fähigkeit zu kunstvoller Einfachheit, zum feinen Sentiment...
Nein, das Datum wollen wir mal nicht so ernst nehmen. «Das schlaue Füchslein», so wie es in Darmstadt drei Tage vor dem ersten Advent zur Premiere kam, ist kein putziges Weihnachtsmärchen. Es ist aber sehr wohl ein Abend mit Herz und Gemüt, einer, der handwerkliche Souveränität mit Versenkung in die Sache kombiniert. Man könnte auch sagen: einer, der Klarheit und...
Tomaso Albinoni? Kennt man natürlich. Eine Nummer des «dilettante Veneto» gehört in jede ordentliche Barock-Compilation (und sei’s das berühmte Adagio in g-Moll, das Albinoni-Biograf Remo Giazotto in den 1950er-Jahren nachkomponierte), an Aufnahmen seiner concerti a cinque herrscht kein Mangel.
Aber die Vokalmusik? Da dünnt die Diskografie dramatisch aus. Ein paar...
