Komponisten neu entdeckt
Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Also fangen wir mit dem Bekenntnis an, dass auch uns schon hanebüchene Schnitzer durchgerutscht sind. Da wurde zum Beispiel die «Traviata» mal kurz Puccini untergeschoben, ein gewisser Herr Hayden schaffte es sogar aufs Cover. Und keiner hat’s gemerkt. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da hilft, nach dem ersten Frust, nur noch sanfte (Selbst-)Ironie: Vielleicht beschert das offensichtlich Falsche ja so manchem Zeitgenossen unverhoffte Erfahrungen.
Womöglich schärft ein prominent platzierter Lapsus ja die kritische Aufmerksamkeit. Wir wissen nicht, ob allein der Fehlerteufel oder doch auch ein bisschen Methode am Werk war, als das Theater Basel einen «Don Giovanni» von Verdi und die Oper Köln einen «Fidelio» von Mozart plakatierte. Sensationelle Neuerungen des Repertoires, fürwahr. Zumindest ein Beispiel für kreative Buchführung.
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Albrecht Thiemann
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Ulrich Schreiber brach schon 2006 im letzten Band seines «Opernführers für Fortgeschrittene» eine Lanze für Samuel Barbers «Vanessa», indem er meinte, dass dessen «in erweiterter Tonalität angelegte Musik ... dem psychologisierenden Kammerspiel mehr als nur einen klangsinnlichen Rahmen zu geben» vermöge. Gleichwohl sollten noch einige Jahre vergehen, bis diese...
Pforzheim feiert, mit gutem Grund. Man begeht den 250. Jahrestag der Eröffnung einer Uhrenmanufaktur. Lange Zeit war die Stadt im Schwarzwald ein Zentrum der Schmuckproduktion. Doch die meisten Jobs in dieser Industriesparte wurden seit den 1980er-Jahren abgebaut. Die Arbeitslosenquote ist die höchste in Baden-Württemberg.
Das hat Auswirkungen auch auf das...
