Kompetent
Alles in britischer Hand beim weltweit ältesten Barockfestival, den Göttinger Händel-Festspielen? Man möchte es meinen. Signifikant der hohe Anteil von Besuchern aus Großbritannien, die gleiche Dominanz bei den Ausführenden. Auch für die 98., unter dem Motto «Konflikte» stehende Ausgabe brachte der künstlerische Leiter Laurence Cummings vorwiegend Gäste von der Insel mit.
Auf dem Spielplan Händels «Arminio».
Das selten gespielte Werk wickelt die typischen Herz-Schmerz-Pflicht-Neigung-Verstrickungen der Barockoper vor dem historischen Hintergrund der berüchtigten Schlacht des germanischen Titelhelden Hermann gegen die Römer ab. Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, bringt die arg verworrene Geschichte schnörkellos und spannungsreich aufs Spielfeld. Dirk Beckers schlichte Bühne und die stilistisch clever kombinierten Kostüme von Renée Listerdal rüsten im Laufe des Abends langsam, aber sicher von barocker Opulenz in Richtung Gegenwart ab. Da wundert es wenig, dass die Regie dem überraschenden Ende, wenn sich die zuvor erbitterten Gegenspieler überstürzt versöhnen, nicht so recht über den Weg traut: Es wird weiterhin provozierend mit Pistolen gefuchtelt.
«Armin ...
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