Kompetent

Händel: Arminio
Göttingen | Deutsches Theater

Alles in britischer Hand beim weltweit ältesten Barockfestival, den Göttinger Händel-Festspielen? Man möchte es meinen. Signifikant der hohe Anteil von Besuchern aus Großbritannien, die gleiche Dominanz bei den Ausführenden. Auch für die 98., unter dem Motto «Konflikte» stehende Ausgabe brachte der künstlerische Leiter Laurence Cummings vorwiegend Gäste von der Insel mit.

Auf dem Spielplan Händels «Arminio».

Das selten gespielte Werk wickelt die typischen Herz-Schmerz-Pflicht-Neigung-Verstrickungen der Barockoper vor dem historischen Hintergrund der berüchtigten Schlacht des germanischen Titelhelden Hermann gegen die Römer ab. Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, bringt die arg verworrene Geschichte schnörkellos und spannungsreich aufs Spielfeld. Dirk Beckers schlichte Bühne und die stilistisch clever kombinierten Kostüme von Renée Listerdal rüsten im Laufe des Abends langsam, aber sicher von barocker Opulenz in Richtung Gegenwart ab. Da wundert es wenig, dass die Regie dem überraschenden Ende, wenn sich die zuvor erbitterten Gegenspieler überstürzt versöhnen, nicht so recht über den Weg traut: Es wird weiterhin provozierend mit Pistolen gefuchtelt.

«Armin ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Regine Müller

Vergriffen
Weitere Beiträge
Prekär

Aki Kaurismäkis Kultfilm «Das Leben der Bohème» hat offenbar einen Paradigmenwechsel in der Opernregie eingeleitet. Heute wird Puccinis Adaption des Romans von  Henri Murger jedenfalls vorwiegend in modernen Kostümen gespielt. Sängerische Schwergewichte wie Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé in historischem Outfit würden wohl kaum noch Furore machen....

Mit aller Gewalt

Die Wiederentdeckung der Grand Opéra und ihres wichtigsten Vertreters Giacomo Meyerbeer auf der Opernbühne geht voran. Da konnte es nicht ausbleiben, dass mit Gaspare Spontini auch einer seiner Wegbereiter in den Fokus des Interesses gerät. Der gebürtige Italiener und naturalisierte Franzose war, als Hofkomponist Napoleons und langjähriger Berliner...

Beziehungsreich

Einen ausgewiesenen Bezug zur Opernbühne haben die drei Werke in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht. Auch lassen sie sich kaum ohne Weiteres thematisch aufeinander beziehen. Dennoch fügen sich Arnold Schönbergs «Pierrot lunaire», Kurt Weills «Mahagonny-Songspiel» und seine «Sieben Todsünden» in dieser außergewöhnlichen Inszenierung zu einem schlüssigen Tableau....