Kompetent
Alles in britischer Hand beim weltweit ältesten Barockfestival, den Göttinger Händel-Festspielen? Man möchte es meinen. Signifikant der hohe Anteil von Besuchern aus Großbritannien, die gleiche Dominanz bei den Ausführenden. Auch für die 98., unter dem Motto «Konflikte» stehende Ausgabe brachte der künstlerische Leiter Laurence Cummings vorwiegend Gäste von der Insel mit.
Auf dem Spielplan Händels «Arminio».
Das selten gespielte Werk wickelt die typischen Herz-Schmerz-Pflicht-Neigung-Verstrickungen der Barockoper vor dem historischen Hintergrund der berüchtigten Schlacht des germanischen Titelhelden Hermann gegen die Römer ab. Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, bringt die arg verworrene Geschichte schnörkellos und spannungsreich aufs Spielfeld. Dirk Beckers schlichte Bühne und die stilistisch clever kombinierten Kostüme von Renée Listerdal rüsten im Laufe des Abends langsam, aber sicher von barocker Opulenz in Richtung Gegenwart ab. Da wundert es wenig, dass die Regie dem überraschenden Ende, wenn sich die zuvor erbitterten Gegenspieler überstürzt versöhnen, nicht so recht über den Weg traut: Es wird weiterhin provozierend mit Pistolen gefuchtelt.
«Armin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Münchener Biennale
Als «Vitaminspritze fürs Musiktheater» versteht sich das Festival für Neues Musiktheater, als Ort, der verschiedenste Tendenzen zeitgenössischen Komponierens aufgreift. Heuer stehen u. a. Bühnenwerke von Yasutaki Inamori, Stefan Prins und Ondřej Adámek auf dem Programm. Ein Laborbericht
Michael Spyres
Er ist der Tenor für viele Fälle. Für die...
Ein Gespenst geht um in Europa: die Frage, «Wer gehört zu uns?» Neuerdings geht es nicht nur um den Islam; sondern auch um Russland, zumindest das Putins. So wird, von beiden Seiten, bezweifelt, ob es mit Vorstellungen eines demokratisch-liberalen Europa noch kompatibel sei. Aber schon der ältere Buchtitel «Spanien und Europa» deutete immerhin an, dass die Einheit...
JUBILARE
Mario Venzago wurde in Zürich geboren. Schon als Fünfjähriger erhielt er Klavierunterricht und studierte später an der Universität und Musikhochschule seiner Heimatstadt, wo er Dirigierschüler von Erich Schmid war, dem Vorgänger Simon Rattles als Chefdirigent in Birmingham. Venzagos berufliche Laufbahn begann als Konzertpianist, es folgte ein festes...
