Rätsel über Rätsel
Vor 100 Jahren wurde Béla Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» in Budapest uraufgeführt. Seither ist das düstere Stück auf einen symbolistischen Stoff von Maurice Maeterlinck zu einem der seltenen Klassiker der Moderne avanciert. Die Ungarische Staatsoper in Budapest hat das Werk nun am Jubiläumstag in einer Neuinszenierung des dänischen Regisseurs Kasper Holten wieder auf die Bühne gebracht.
Der Herzog ist bei Holten ein erfolgreicher Künstler, den trotz seiner Berühmtheit jedes Mal Qualen plagen, wenn er die Arbeit an einem neuen Bild aufnimmt.
Ausstatter Steffen Aarfing ließ sich vom Malersaal in den Werkstätten des Hauses inspirieren und baute einen offenen, hohen Raum, durch dessen seitliche Schlitze mehr Licht dringt als in den stücktypischen Burgen. Die Handlung spielt im Inneren des Protagonisten, die sieben Türen werden symbolisch als Narben an seinem Körper sichtbar. Auf dem Höhepunkt zündet Blaubart seine Bilder an, und Judith erblickt hinter der siebten «Tür» sich selbst in einem Spiegel.
Holtens Versuch, dem abgründigen Stoff durch Konkretionen beizukommen, überzeugt nur partiell. Ebenso wie die musikalische Wiedergabe: Die verdiente Ildikó Komlósi hat ihren ...
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