Komödie mit schwarzem Rand

Mal karikaturistisch überdreht, mal surreal aufgeschminkt: Leos Janáceks «Die Sache Makropulos» in Frankfurt und Ulm

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Man hält sie für eine Lügnerin, eine Hochstaplerin, ein hysterisches Weib – und sie ist schließlich so unglücklich! Ich wollte, alle hätten sie gern.» Mit diesen Worten hat Leos Janácek für seine Heldin, die alterslose Emilia Marty alias Elina Makropulos geworben. Die 337-jährige Sängerin durchmisst an ihrem letzten Lebenstag die ganze Spannweite eines Frauenlebens von der Unschuld der Kindheit über den Lebensekel der Diva bis zur Erlösung vom Fluch des endlosen Lebens.

Ihre wirkliche Identität enthüllt erst ihr Schlussmonolog, in dem sie den Tod als das Los des Menschen annimmt, obwohl sie erneut in den Besitz der «Sache» Makropulos, der unsterblich machenden chemischen Zauberformel gelangt ist. Hier weicht Janácek von seiner Textvorlage ab. Während Karel Capeks Konversationsstück in eine wortreiche Diskussion über Tod und Unsterblichkeit mündet, webt der Komponist am Schluss in seine Musik einen erlösenden Silberfaden schmerzlicher Spätromantik, der ihre bis dahin unerbittliche Härte bricht.

Richard Jones folgt in seiner genau gearbeiteten Frankfurter Inszenierung nicht Janácek, sondern Capeks Komödie. Auch bei ihm stirbt die todwunde Emilia Marty nicht. Als sie am Ende des mit ...

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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Uwe Schweikert

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