Komm! Ins Offene, Freund!
Über Wolfgang Rihm zu schreiben – das haben die meisten der Publikationen, die sich darin versuchten, eindrücklich bewiesen –, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Einmal des gewaltigen Œuvres wegen, das einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart vorgelegt hat (rund 600 Werke umfasst die Liste), aber mehr noch, weil sich Rihm selbst in seinen Schriften seit den 1970er-Jahren als ein ebenso sprachmächtiger wie geistreicher Musikschriftsteller und -wissenschaftler auch in eigener Sache hervorgetan hat.
Der Philosoph Peter Trawny hat das (von ihm selbst als solches erkannte) Wagnis dennoch unternommen. Doch nicht in biografischer Form nähert sich Trawny dem Subjekt seines jahrelangen Interesses, sondern als Besucher in der Karlsruher Gelehrtenrepublik – vorausahnend, dass selbst die gewinnbringende Idee, mit Rihm ein Gespräch zu führen, «in einer Hinsicht ein fatales Unternehmen» sei: «Alles, was man fragen möchte, ja alles, was man sagen kann, hat er schon entweder in einem anderen Gespräch gesagt oder in einem seiner Texte besser ausgeführt.»
Gleichviel: Das Unterfangen gelingt, auf recht ungewöhnliche, sehr persönliche, zum Teil humorvolle, mitunter etwas ins ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 31
von Jürgen Otten
Alte und neue Musik begegnen sich im Konzertsaal selten. Zu verschieden sind die interpretatorischen, gar instrumentalen Voraussetzungen, die einem solchen Brückenschlag im Weg stehen. Umso spannender, wenn es doch geschieht, wie jetzt auf zwei CD-Neuerscheinungen, die extremer, kontroverser nicht sein könnten. Beide Male sind es «Überzeugungstäter», die den Spagat...
Lustig immerhin ist die kleine Dichterstube, die sich kopfüber drehen kann, so wie es wohl im Haupte Hoffmanns rundgeht. Erst klebt er noch im Bett an der Wand, dann purzelt er fortwährend in seiner Genie-Box herum – vollumfänglich hat er die Gesetze der Schwerkraft doch nicht hinter sich gelassen. Das Lied vom Klein Zack wird frisch aus dem Typoskript ge -sungen,...
Auf unserm Hof daheim hört man die Gänse schrein, kräht auch der Hahn»: Vielleicht ist es schon im tschechischen Original nicht unbedingt die erhabenste Poesie, die der verdiente Max Brod hier auf Deutsch nachgebildet hat. Aber hört man die dazugehörige Musik in Jaromír Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» den Abend über als Leitmotiv eines ländlichen...
