Ganz alte Schule
Lustig immerhin ist die kleine Dichterstube, die sich kopfüber drehen kann, so wie es wohl im Haupte Hoffmanns rundgeht. Erst klebt er noch im Bett an der Wand, dann purzelt er fortwährend in seiner Genie-Box herum – vollumfänglich hat er die Gesetze der Schwerkraft doch nicht hinter sich gelassen. Das Lied vom Klein Zack wird frisch aus dem Typoskript ge -sungen, doch die Studenten, die hier Herren in schwarzem Leder sind, lassen sich nicht besonders mitreißen.
Lieber studieren sie all die unzähligen Objekte aus Kunst, Wissenschaft und Antike, die Stefano Poda – in Personalunion als Regisseur, Bühnen-, Kostüm- und Lichtbildner (und auch noch Choreograf) – in einem weißen Riesenregal türmt: Torsi und Säulen, Masken und Pferdeköpfe und allerhand, was man gern ins Regal stellt.
So wie die Erzählungen des Hoffmann, seine drei katastrophalen Liebesgeschichten, so wie die Geschichte des Untergangs des totalen Künstlers Hoffmann als interessanter Fall. Überhaupt landen alle Objekte des Begehrens bei der zuvor schon am Münchner Gärtnerplatz gezeigten Inszenierung in Vitrinen, die Automatenfrau Olympia, das junge Mädchen Antonia, die Kurtisane Giulietta. Jessica Pratt singt sie allesamt, ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Holger Noltze
JUBILARE
Elena Moșuc, im rumänischen Iași geboren, studierte in ihrer Heimatstadt an der Hochschule für Kunst und Gesang sowie am Konservatorium «George Enescu» und debütierte bereits während dieser Zeit als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» am dortigen Opernhaus. Ferner sang sie an gleicher Stelle die Titelpartie in Donizettis «Lucia di Lammermoor» (Moșuc...
Er zählt zu den eigenwillig schillernden, ihre künstlerische Individualität konsequent, nie lautstark verteidigenden Figuren der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Umso bohrender in ihrer geisterhaften Komplexität ist York Höllers einzige Oper, die moderne Faust-Legende «Der Meister und Margarita» auf Michail Bulgakows gleichnamigen Roman. Nur wenige...
Wer bin ich, und wie kann ich mich davor verstecken», war die Leitfrage des «Enrico», mit dem Manfred Trojahn 1991 seine Karriere als Opernkomponist begann. Dort erkennt der durch den Sturz bei einem Maskenspiel wahnsinnig gewordene Protagonist, der sich fortan für den deutschen Kaiser Heinrich IV. hält, eine einzig -artige Chance: die Rolle auch nach dem...
