Im Liebesschloss
Würde man diese Oper spielen, hätte sie nicht ein gewisser Franz Liszt komponiert? Unwahrscheinlich. Obwohl «Don Sanche» durchaus Meriten hat. Das Werk wurde bislang dreimal inszeniert, zuletzt 1986 in Bayreuth zum 100. Todestag des Komponisten. Nun war «Don Sanche» anlässlich seines 200. Geburtstags, nach einer ersten Aufführung im ungarischen Miskolc, in der Bayreuther Stadthalle zu erleben: ein Höhepunkt des Bayreuther Liszt-Jahres 2011.
Freilich: Das 1825 uraufgeführte Jugendwerk klingt keinen Takt wie Liszt.
Rossini, Donizetti, Paër, Beethoven, Mozart, sogar Gluck: So heißen die Komponisten, denen der 13-jährige Jung-Star seine Inspiration verdankte, bevor die Partitur bis 1903 in den Archiven der Pariser Oper verschwand. Eine Musik, der man nicht zu nahe tritt, wenn man sie «hübsch» (und durchaus ohrwurmverdächtig) nennt; eine Handlung, die auf den ersten Blick konventionell anmutet. Muss man so etwas inszenieren? Die Bayreuther Aufführung hat bewiesen, dass es sich durchaus lohnt. Denn Charme hat das Stück allemal. Ein Ritter verfolgt eine Prinzessin, die ihn panisch flieht. Ein Zauberer – der Herr des «Liebesschlosses» – hilft dem jungen Mann, die Frau zu erringen, die sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Liszt 200, Seite 75
von Frank Piontek
Nicht einmal Verehrer wussten davon, als Julia Varady sich von der Bühne zurückzog – mit einer völlig intakten Stimme. Ende 2003 war das. Im Jahr zuvor hatte sie «Edgar» aufgenommen und konnte als Fidelia klingen wie das junge Mädchen, das sich Puccini vorgestellt hat (siehe OW 9-10/2003). Vierzig Jahre öffentlichen Singens lagen da hinter ihr. Man hört es nicht....
Nein, nicht auf die Autobahn. Wir entscheiden uns wieder für die Bundesstraße, gondeln lieber wieder mit 60 durch den Schwarzwald, der einen auf die Unaufgeregtheit, die Beschaulichkeit von «Rossini in Wildbad» einstimmt. Dort ist alles beim Alten. Rauschte nicht die Enz mitten durch Park und Ort, herrschte am helllichten Mittag fast schon gespenstische...
Franz Liszt kam von einer Luxemburg-Reise nach Bayreuth, mitten in der Festspielzeit. Über seine Besuche der Vorstellungen von «Parsifal» am 23. Juli 1886 und «Tristan» am 25. Juli divergieren die Meinungen. Während Oliver Hilmes diese Besuche nur erwähnt, stellt Michael Stegemann sie in einen Kontext. Liszt-Tochter Cosima, verwitwete Wagner, soll gesagt haben: «Es...
